Pepsi disponiert die Arbeitszeit

von Redaktion LZ
Freitag, 20. Januar 2006
Produktion bei PepsiCo in Nieder-Roden, Foto: LZ-Archiv
Produktion bei PepsiCo in Nieder-Roden, Foto: LZ-Archiv
LT|NET/juh. Eine schwankende Nachfrage hat Einfluss auf die Produktionsauslastung. Die Herausforderung liegt im optimalen Personaleinsatz. PepsiCo löst diese Aufgaben mit dem Systemanbieter Atoss.



Die Kapazitätsplanung ist bei schwankender Nachfrage für Getränkehersteller schwierig. Mit Einführung des Dosenpfandes im Jahr 2003 erlebte die saisonale Unregelmäßigkeit einen zusätzlichen Schub - sprich die Nachfrage nach Dosengetränken sank.

"Die Lösung des Problems erfordert eine flexible und wirtschaftliche Arbeitszeitgestaltung. Vor diesem Hintergrund entschied sich die PepsiCo Deutschland GmbH, Neu-Isenburg, für das Arbeitszeitmanagement "Atoss Time Control".

Die auf Windows basierende Komplettlösung beinhaltet Zeitwirtschaft, Personaleinsatzplanung und Zutrittskontrolle. Mit ihr werden neben dem Personaleinsatz auch Tarif- und Betriebsvereinbarungen abgebildet.

Wie andere Unternehmen erlebte auch Pepsi nach Einführung des Dosenpfands eine branchenweite Kaufzurückhaltung. Zeitmodelle, die sich nach dem Tarif Nahrungsmittel und Genuss richten, mussten immer wieder revidiert werden.

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"Da die Produktionslinien nicht mehr ausgelastet waren, war eine höhere Flexibilität gefragt. Um die Schwankungen in der Produktionsauslastung auffangen zu können, schaffte PepsiCo eine Öffnungsklausel im Tarifvertrag, Zuschlagsregelungen wurden modifiziert und Arbeitszeitkonten eingeführt.

Die Software unterstützt das Arbeitszeitmanagement der Personalabteilung bei der Abrechnung komplexer Arbeitszeitmuster. Das bis dahin genutzte Zeiterfassungssystem konnte diese Vorgabe nicht erfüllen. Das Programm wurde bereits 2001 installiert und jährlich allen Anforderungen systematisch und kontinuierlich angepasst.

Neuanschaffungen waren lediglich im Hardwarebereich notwendig - für die Zutrittskontrolle und Zeiterfassung mussten die entsprechenden Terminals zur Eingabe der Arbeitszeiten sowie intelligente Türöffner und Transponder erworben werden.

Installiert wurde das System "Door Handle", das die Nummer des Mitarbeiterausweises liest und mit abgelegten, zeitgesteuerten Berechtigungsprofilen abgleicht.

Nur wenn die Daten übereinstimmen, wird die Tür geöffnet. Alle Öffnungen und Öffnungsversuche werden aufgezeichnet.

Zutritt via RFID

Rund 90 Mitarbeiter in der Verwaltung in Neu-Isenburg bedienen sich der berührungslosen Transpondertechnologie und der Door Handles für die Zutrittskontrolle.

Die RFID-Technik ist in einem Schlüsselanhänger integriert, so Volker Gruber, Consultant bei der Atoss AG in München.

Die etwa 60 Mitarbeiter im Werk Nieder-Roden nutzen das Programm "Time Control" für die Arbeitszeiterfassung über die entsprechenden Terminals.

Gearbeitet wird in Nieder-Roden im Drei-Schicht-Betrieb, in der Regel an fünf Tagen die Woche, in Spitzenzeiten auch an sechs beziehungsweise sieben Tagen.

Zuschläge für Nacht-, Sonn- beziehungsweise Feiertagsschichten und Zulagen für die Bereitschaft, flexibel Schichten zu wechseln, werden mit Hilfe der Software erfasst und berechnet.

Die Mitarbeiter erhalten monatlich einen Standardreport, der Arbeitszeiten und Lohnarten in Tabellenform abbildet. So kann vor der Auszahlung der Zuschläge im Folgemonat deren Richtigkeit geprüft und eventuell korrigiert werden.

Mitarbeiterstammdaten werden über eine Live-Schnittstelle vom Lohn-Rechenzentrum (Accurat Office) direkt übernommen.

Potenzielle Fehlerquoten könnten einmal durch die Kontrolle durch die Mitarbeiter sowie die direkte Übernahme der Stamm- und Bewegungsdaten in die Lohn- und Gehaltsabrechnung minimiert werden.

Die Mitarbeiter profitierten von der einer erhöhten Transparenz, indem sie die Daten der Monatsauswertungen auf dem Lohnzettel einfacher nachvollziehen könnten.

Zudem verfüge das Management anhand automatischer Auswertungen jederzeit über aktuelle Personalkennzahlen.

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