Der Einfluss der Personalchefs wird künftig wachsen

von Redaktion LZ
Freitag, 10. Dezember 2004
Der typische Personalchef ist männlich und bis zu 45 Jahre alt. Seine wichtigste künftige Aufgabe sieht er in der intensiveren Betreuung des Managements in HR-Fragen. So die Studien-Ergebnisse von Signium International über das Profil und die Zuständigkeiten von Human Resources Managern in der Konsumgüterindustrie.



Signium, Vermittler von Managern für die Kosumgüterindustrie, hat die Personalverantwortlichen der 150 nach Umsatz bedeutendsten Konsumgüter-Unternehmen befragt. Danach ist das Alter der HR-Manager eher niedrig: Zwei Drittel sind bis zu 45 Jahre jung. Der Anteil der über 50-Jährigen liegt bei 27 Prozent. Das zeige, dass im Bereich Human Resources auch Erfahrung zählt.

Die Einkommen in der Konsumgüterbranche differieren erheblich. So wird in den Top-Positionen in Marketing und Vertrieb deutlich mehr verdient als im HR-Bereich. Je höher die Gehaltsklasse, desto weniger Personalchefs sind in ihr vertreten. Zwischen 150 000 und 174 999 Euro verdienen 13 Prozent der Manager aus dem Marketing, 15 Prozent aus dem Vertrieb und 8,6 Prozent der HR-Chefs.

In der Gehaltsklasse 175 000 bis 199 999 stellen die Personaler einen Anteil von 6,4 Prozent, Marketing von 10 und Vertriebs-Chefs von 17 Prozent. Auf dem Einkommensniveau ab 200 000 Euro bewegen sich 40 Prozent der Befragten aus dem Marketing, 42,5 Prozent der Vertriebsverantwortlichen, aber nur 6,1 Prozent der Personal-Manager.

Fest in Männerhand

Die Führung der Personalabteilungen in der Konsumgüterbranche liegt fest in Männerhand: 89,2 Prozent der Leiter sind männlich und nur 10,8 Prozent weiblich. Im Vergleich dazu sind 15 Prozent der Top-Management-Positionen im Marketing und 2,5 Prozent im Vertrieb durch Frauen besetzt.

Wie die Untersuchung weiter belegt, ist das Ausbildungsniveau im HR-Bereich sehr hoch: So verfügen 84,3 Prozent der Befragten über einen Hochschulabschluss. Im Bereich Vertrieb haben 82,9, im Marketing 93 Prozent studiert. Dabei dominieren auch bei den Personalern mit 61,8 Prozent die Betriebswirte; im Vertrieb liegt ihr Anteil bei 69,5 und im Marketing bei 92 Prozent.

Ein Drittel der Human Resources Manager hat seine beruflichen Erfahrungen außerhalb des HR-Bereiches gewonnen - am häufigsten im Vertrieb oder im Finanzbereich. Danach befragt, welche persönlichen Fähigkeiten die Karriere beeinflusst haben, benannten die Studien-Teilnehmer Denken in Zusammenhängen, Zielstreben und den guten Umgang mit Menschen.

Zu ihren wichtigen Aufgaben zählen Coaching, Führung und Präsentation. Als Schwerpunkte ihrer Tätigkeit geben die Manager Personalbetreuung, -rekrutierung und -freisetzung, arbeitsrechtliche Fragen sowie die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat an.

Die wichtigsten Zukunftsaufgaben sehen die Personalchefs in der intensiveren Betreuung des Managements in HR-Fragen, der Steuerung von Weiterbildung und Training, in Personal-Marketing-Aktivitäten sowie bei der Organisationsentwicklung/Change Management.

Einigkeit herrscht darüber, dass sich die Tendenz bei internationalen Unternehmen weiter fortsetzt, die Bereiche Entgelt-Systeme, Organisationsentwicklung, Weiterbildung und Training sowie Personalmarketing zentral zu steuern. Nach Einschätzung der HR-Manager werden die Bedeutung und der Einfluss ihres Bereiches zunehmen, insbesondere bei Beratung und Coaching der Führungskräfte.

Bei den eingesetzten Tools werden die Potenzialerfassung der Mitarbeiter immer wichtiger sowie Planungssysteme, die von der Bedarfsplanung bis zur Planbung des internationalen Führungskräfte-Austauschs reichen. Outsourcing spielt noch keine tragende Rolle im HR-Bereich. (ba)

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