Talentsuche bleibt die Königsdisziplin

von Judit Hillemeyer
Freitag, 15. August 2008
Rekrutierung und die Verbesserung der Führungs- und Managementqualität haben bei deutschen Personalentscheidern Priorität. Verglichen mit den Vorjahren haben 2008 besonders die Themen Arbeitgeberattraktivität und Personalmarketing an Bedeutung gewonnen.



Dies sind Ergebnisse der Kienbaum-Studie "HR-Klimaindex 2008", zu der mehr als 190 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Ziel der jährlich durchgeführten Studie ist es, die Top-Themen und Aufgabenfelder innerhalb der Personalarbeit zu erfassen und die Bedeutung und Entwicklung der HR-Bereiche zu ermitteln.

"Die Ergebnisse verdeutlichen, dass in den Unternehmen zunehmend auf den Dreiklang von effizientem Prozessmanagement, der Definition einer klaren strategischen Positionierung der Arbeitgebermarke (Employee Value Proposition, EVP) und der effektiven Gestaltung der Kommunikationswege zu potenziellen Arbeitnehmern gesetzt wird, um den Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern nachhaltig zu sichern und sich im Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte als attraktives Unternehmen zu etablieren", sagt Paul Kötter, Gesamtverantwortlicher der Studie bei der Managementberatung Kienbaum.

Personalarbeit ist wichtig

Die Bedeutung des Personalmanagements steigt. Knapp die Hälfte der befragten Personal-Verantwortlichen bescheinigt der Personalarbeit eine zunehmende Wichtigkeit. Ein Ergebnis, das laut Kötter "vor dem Hintergrund der personalseitigen Herausforderungen, die sich beispielsweise aus der demografischen Entwicklung und dem zunehmenden Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte ergeben, nicht überrascht". Trotz Bedeutungszuwachs wurde nur in gut 40 Prozent der Unternehmen das HR-Budget erhöht.

Bei der Anzahl der Beschäftigten in den Personalabteilungen erwartet die Mehrzahl der Unternehmen (61 Prozent) keine Veränderung zum Vorjahr. "Die Tatsache, dass die Personaler der zunehmenden Bedeutung ihrer Arbeit weiterhin mit überwiegend unveränderten Ressourcen gerecht werden müssen, zwingt sie wie in der Vergangenheit die Effizienz der Organisation weiter voran zu treiben", sagt Paul Kötter.

Die Optimierung der Personalprozesse ist für mehr als ein Fünftel aller Befragten eine ihrer Hauptaufgabe, gefolgt von der Kompetenzentwicklung der Personalmitarbeiter (13 Prozent) und der Steigerung der internen Kundenzufriedenheit (10 Prozent). Wie in der Vergangenheit wird dem Outsourcing nur eine geringe Bedeutung beigemessen.

Im produzierenden Gewerbe und in Handelsunternehmen hat die Internationalisierung der Personalarbeit Priorität. Im Finanzbereich legen die HR-Experten dagegen einen stärkeren Fokus darauf, die Wertschöpfung durch Kennzahlen zu erhöhen.

Bei der Aufgabe, den Personalbereich als Ansprechpartner auf Augenhöhe des Managements zu positionieren, sehen sich die HR-Verantwortlichen überwiegend auf einem guten Weg. Mehr als 60 Prozent der Befragten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sehen ihren Bereich als Business Partner des Managements wahrgenommen. Dieser Wert stagniert allerdings seit drei Jahren. Verbesserungspotenzial gibt es hier also ebenso wie bei der Präsenz in strategischen Projekten und Initiativen. (juh)

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