Personalberatung in Deutschland

von Redaktion LZ
Donnerstag, 27. Mai 2004
Die Personalberater leiden im dritten Jahr in Folge unter mangelnder Nachfrage und rückläufigem Ergebnis. Der Gesamtumsatz der Branche fiel 2003 um 9,5 Prozent von 840 Mio. Euro auf 760 Mio. Euro.



Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V., die im Rahmen des 6. Deutschen Personalberatertages in Königswinter vorgestellt wurde.

Für das laufende Jahr rechnet der BDU bestenfalls mit einem stagnierenden Branchenumsatz. "Die Unternehmen halten sich mit Neueinstellungen weiter zurück und damit auch mit ihren Suchaufträgen", sagte BDU-Vizepräsident Dr. Joachim Staude.

Trotz des Rückgangs des Branchenumsatzes ist die Zahl der Akteure auf dem Markt 2003 konstant geblieben. So boten rund 1840 Personalberatungsfirmen ihre Dienstleistung an und beschäftigten dabei etwa 5000 Berater.

Dr. Wolfgang Lichius, Vorsitzender des BDU-Fachverbandes Personalberatung, erläuterte, dass neue Marktteilnehmer nicht selten ihre Dienstleistungen zu Dumpingpreisen anböten. So würde der harte Wettbewerb noch verschärft.

Unflexible Führungskräfte

Ein weiteres Problem stelle die mangelnde Flexibilität von Führungskräften dar. "Ein großer Teil der Führungskräfte ist wenig bis überhaupt nicht mobil", so Staude. In den Boomjahren 1999 und 2000 stellten noch die horrenden Gehaltsvorstellungen von Managern häufig ein Problem dar.

Die Umsatzanteile einzelner Segmente in der Branche haben sich laut BDU-Studie wenig verändert. Das Kerngeschäft, die Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften, generiert nach wie vor knapp 80 Prozent des Umsatzes.

Entgegen den Erwartungen von vielen Experten blieb die Erweiterung des Leistungsspektrums aus. Eine stärkere Fokussierung auf die Kernkompetenzen sei zu verzeichnen gewesen.

Die größte Nachfrage kam wie im Vorjahr aus dem verarbeitenden Gewerbe. Diese war ingesamt jedoch mit minus 4,5 Prozent ebenfalls rückläufig. Mit einem Minus von 26,6 Prozent verzeichnete das Geschäft mit Kunden in der IT- und Medienbranche den krassesten Rückgang.

Die Studie zum Download
auf der Internetseite des BDU. (fo)

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