Personal verliert Einfluss

von Redaktion LZ
Freitag, 25. März 2011
Prognostizierte strategische Wichtigkeit von HR-Themen 2012
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Prognostizierte strategische Wichtigkeit von HR-Themen 2012
LZnet. Die Qualität von Führung und Management bleibt nach Meinung der Personalentscheider in Deutschland, Österreich und der Schweiz das wichtigste HR-Thema.
Es liegt auf der Hand: Wenn die Gesellschaft altert und Manager knapper werden, tut jedes Unternehmen gut daran, die eigenen Potenzialträger bestmöglich weiterzuentwickeln. Kein Wunder also, dass das Thema im diesjährigen HR-Barometer von Capgemini Consulting wieder mit 36 Prozent der Nennungen auf Platz eins landet. Mit Blick auf 2012 halten sogar 47 Prozent der befragten Personalentscheider "Führungskräfteentwicklung, Leadership und Managementqualität" für die wichtigste strategische Aufgabe ihres Ressorts.

Prognostizierte strategische Wichtigkeit von HR-Themen 2012

Deutliche Unterschiede zwischen Gegenwart und Zukunft fördern die jeweils folgenden Themen des Rankings zutage, das nun schon zum fünften Mal durchgeführt wurde: Während derzeit IT-Unterstützung der HR-Prozesse (32 Prozent), Kostenreduzierung und Prozessoptimierung (31) sowie Change Management (29) auf den Plätzen zwei bis vier liegen, werden dort der Prognose zufolge in zwei Jahren nur mehr Fragestellungen auftauchen, die sich um das Talent Management ranken.

Die Kostenreduktion im Personalbereich, in der Nachkrisenzeit noch sehr präsent, rangiert dann unter ferner liefen bei 10 Prozent, IT-Unterstützung wandert ins Mittelfeld (20).

Web 2.0 und Diversity landen im Mittelfeld

Aller Medienpräsenz zum Trotz schaffen es lebhaft diskutierte Trendthemen wie "Diversity" oder "Web 2.0" weder aktuell noch in der Prognose unter die Spitzenpositionen der Skala. Die Vielfalt in der Belegschaft verharrt bei gerade mal 8 Prozent der Nennungen, Social Networks steigern ihren Stellenwert von 4 auf 8 Prozent in zwei Jahren.

Großen Raum widmet die Erhebung dem Standing der HR-Abteilung in den Unternehmen. Bei 44 Prozent finden sich Personaler im Vorstand oder der Geschäftsführung. Bei allen anderen ist das Thema durch einen "Fachfremden" in den obersten Gremien vertreten – oder gar nicht präsent. Je größer die Company, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Human Resources auch an der Spitze einen Platz findet.

Mehr Einfluss durch HR-Vertreter an der Spitze

Insgesamt jedoch ist der Einfluss der Personalfachleute rückläufig. Während 2008 noch 41 Prozent angaben, bei der Planung strategischer Aktivitäten mitzuentscheiden, sind es jetzt nur noch 32 Prozent. Wo kein Personaler in der Unternehmensleitung Flagge zeigt, fällt auch der HR-Einfluss geringer aus: "Wir entscheiden mit" sagen nur 19 Prozent bei der Planung und 38 Prozent bei der Umsetzung. Mit einem eigenen Top-Repräsentanten liegen die Werte mit 48 bzw. 61 Prozent signifikant höher.

"Voll und ganz" als Business Partner sehen sich denn auch nur 2 Prozent der Befragten. Die Note "ausreichend" geben 41 Prozent. Mehr als die Hälfte kritisiert die Partnerschaft als "noch nicht ausreichend".

Zusammenhang zwischen HR und Managementebene
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Zusammenhang zwischen HR und Managementebene
Entwicklung der HR-Budgets in den nächsten zwei Jahren
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Entwicklung der HR-Budgets in den nächsten zwei Jahren

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