IBM-Studie Personaler bezweifeln eigene Effektivität

von Christiane Düthmann
Donnerstag, 19. Juni 2014
Was bewegt Personalchefs weltweit? IBM hat HR-Vorstände und -Geschäftsführer befragt. Wichtigstes Thema auf der Agenda der "CHROs" ist die Entwicklung von Talenten.
Talent-Entwicklung und Mitarbeiterengagement sind für Personalmanager weltweit die mit Abstand drängendsten Herausforderungen. 87 beziehungsweise 80 Prozent der Teilnehmer einer IBM-Studie sehen sich mit diesen Themen konfrontiert. Für die Analyse hat der IT-Riese 350 HR-Topleute im Rahmen seiner "C-Suite-Study" interviewt, die er seit 2003 durchführt. Die Ergebnisse wurden auf einer Konferenz in Frankfurt vorgestellt.

 

In den nächsten drei Jahren, so IBM-Experte Alexander Broj, wird sich das Bild verschieben. "Zusammenarbeit und das Teilen von Wissen" erwarten zukünftig 92 Prozent der Personaler auf Platz eins ihrer Agenda (heute: 55 Prozent), gefolgt von "schneller Weiterentwicklung der Fähigkeiten der Belegschaft" (heute: 57 Prozent, in drei Jahren: 89 Prozent).

Mit der eigenen Effektivität bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben sind die befragten Human-Ressources-Manager nicht sonderlich zufrieden. Zwar halten sich 60 Prozent für wirkungsvoll bei der Bindung von Talenten ans Unternehmen. Doch jeweils nur gut vier von zehn sind mit ihrer Leistung in puncto Mitarbeiterengagement oder Recruiting zufrieden.

Zukunfsthema Wissen und Weiterentwicklung

Knapp 40 Prozent finden sich effektiv bei der Leistungsbewertung und der Entwicklung von Talenten. Und lediglich etwa ein Drittel lobt sich in puncto Produktivität der Belegschaft und Talent-Management. Bei den Zukunftsthemen "schnelle Weiterentwicklung der Fähigkeiten der Belegschaft" sowie "Zusammenarbeit und Teilen von Wissen" halten derzeit 28 beziehungsweise 20 Prozent der Personaler ihren Einsatz für fruchtbar.

Hinzu kommt, dass über weite Strecken das Bauchgefühl in der HR regiert, so Broj. "Weniger als 60 Prozent der Unternehmen analysieren derzeit tatsächlich ihre Personaldaten." Dabei stehen die Anfertigung von Reports und die rückblickende Auswertung von Trends und Mustern im Vordergrund. Vorhersagen für die Zukunft haben dagegen noch Seltenheitswert.



(cd)

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