Personalstrategie im Einkauf

von Redaktion LZ
Freitag, 12. Dezember 2008
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LZ/juh. Viele Unternehmen seien auf die Veränderungen in den globalen Beschaffungsmärkten noch nicht ausreichend vorbereitet. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Untersuchung der Beratungsgesellschaft A.T. Kearny.



Insbesondere in den Bereichen Beschaffungsstrategie, Sourcing und Category Management sowie Lieferantenmanagement und Human Resources bestehe noch enormes Verbesserungspotenzial. Dies geht aus der Benchmarking-Studie "Assessment of Excellence in Procurement (AEP) 2008" hervor, die die Managementberatung A.T. Kearney zum sechsten Mal seit 1992 branchenübergreifend durchführte.

Die aktuelle Untersuchung analysiert weltweit mehr als 300 Beschaffungsorganisationen aus 28 Branchen, deren Umsatz im Durchschnitt mehr als 7 Mrd. US-Dollar beträgt. 16 Prozent der Studienteilnehmer gehören zur Konsumgüter- beziehungsweise Lebensmittelbranche.

Die wichtigsten Rekrutierungsquellen
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Die Studie zeigt, dass Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung gewinnt und insbesondere Top-Firmen dieses Thema in ihren Unternehmenszielen und Einkaufsprozessen bereits umfassend umsetzen. Weitere Erfolgsfaktoren sind, klassische Beschaffungsstrategien als Standardprozesse systematisch in die Abläufe zu integrieren und stärker auf die Kollaboration mit Lieferanten und auf Innovation zu fokussieren.

Um Wettbewerbsvorteile im Einkauf zu erzielen, gilt es für die befragten Unternehmen, neben einer verbesserten horizontalen und vertikalen Vernetzung, auch das Personalpotenzial im Einkauf voll auszuschöpfen. Im Wesentlichen gehe es darum, die Rekrutierung, Qualifizierung und die Mitarbeiterbindung zu stärken.

Die Studie spiegelt die aktuelle Lage in den Beschaffungsmärkten wider. Besondere Aufmerksamkeit fand das Thema Nachhaltigkeit im Einkauf, bei dem ökonomische, ökologische und ethische Fragestellungen eine Rolle spielen. "Heute ist Beschaffung deutlich schwieriger als noch vor vier Jahren.

Die Entwicklung der Rohstoffpreise und hohe Auslastungen bei den Zulieferern stellen den Einkauf vor schwierige Entscheidungen, auch wenn die aktuelle Finanzkrise hier ein wenig Entlastung bringen wird. Insbesondere in den Bereichen Beschaffungsstrategie, Sourcing und Category Management, dem Management von Lieferantenbeziehungen und HR-Management besteht noch enormes Verbesserungspotenzial", sagt Jules Goffre, Vice President bei A.T. Kearney und Leiter des Beratungsfeldes Strategisches Beschaffungsmanagement.

In den nächsten Jahren würden diejenigen das Rennen machen, die das Lieferanten-Know-how in kooperativer Weise für sich nutzbar machen und sich die besten Leute mit den besten Strategien sichern. Denn Beschaffung bleibe ein "People Business".

Top-Unternehmen agieren im Vergleich zu konventionellen Firmen professioneller bei der Personalrekrutierung für den Einkauf, so das Studienergebnis. Sie ziehen dabei alle Hebel von Headhunting über Universitätskontakte bis hin zum firmeninternen Transfer. Eine zentrale Rolle spiele das Thema Weiterentwicklung.

Aber auch hier zeigten sich signifikante Unterschiede. Während alle Marktteilnehmer zum Beispiel Fähigkeiten wie Spend Analyse, Kenntnis über Beschaffungsstrategien und Verhandlungsführung als sehr wichtige Kernkompetenzen werten, sind entsprechende Trainings bei weitem nicht bei allen verfügbar oder als Standardschulung verankert.

Während rund 85 Prozent der Top-Unternehmen den Einkaufsmitarbeitern systematische Basis- oder Fortgeschrittenen-Kurse anbieten, sind es bei den konventionellen Firmen nur rund die Hälfte.

"Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass es bei vielen Unternehmen in puncto Beschaffung noch enormen Nachholbedarf gibt", so Goffre.

"Nur wem es gelingt, das Lieferanten-Know-how in kooperativer Weise für sich nutzbar machen, Nachhaltigkeit in Prozesse und Lieferantenmanagement zu integrieren und sich die besten Leute mit den besten Strategien zu sichern, wird auch zukünftig wettbewerbsfähig sein." Die Marktführer hätten das längt erkannt, alle anderen Unternehmen müssten nun strategisch aufholen.

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