Betriebe sollen Pflege erleichtern

von Christiane Düthmann
Freitag, 17. September 2010
Problemfall Pflege
LZ-Grafik
Problemfall Pflege
Die alternde Bevölkerung rückt das Thema Pflege immer stärker ins Bewusstsein. Schon heute haben 13 Prozent der Deutschen über 16 Jahre pflegebedürftige Angehörige, weitere 21 Prozent rechnen damit. Sieben Prozent pflegen selbst, in der Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen ist es sogar jeder Zehnte.
Und mehr als die Hälfte von ihnen ist berufstätig, was nicht selten Probleme mit sich bringt. Job und Pflege lassen sich nur "sehr schwer" oder "eher schwer" in Einklang bringen, urteilen 52 Prozent der berufstätigen Betroffenen im "Monitor Familienleben 2010" des Allensbach-Instituts. In der Bevölkerung insgesamt finden sogar drei Viertel, dass die Vereinbarkeit der beiden Bereiche "nicht so gut" funktioniere.

Problemfall Pflege

Für Verbesserungen zu sorgen, halten dementsprechend 87 Prozent der erwachsenen Deutschen für "sehr wichtig" oder "wichtig". Kein Wunder, dass der Vorschlag von Familienministerin Kristina Schröder zu einem bis zu zweijährigen Anspruch auf Pflegezeit für Angehörige bei vielen Befragten auf breite Zustimmung stößt: "Guter Vorschlag", urteilen 58 Prozent, nur 22 Prozent finden ihn nicht geeignet.

Allerdings befürchtet eine Mehrheit von 57 Prozent der Gesamtbevölkerung und von 67 Prozent der Pflegenden, dass denen, die einen solche Regelung in Anspruch nehmen, dadurch berufliche Nachteile entstehen könnten. Neben dem Staat (72 Prozent) sehen die Deutschen jedoch auch die Unternehmen in der Pflicht. Jeder Zweite ist der Meinung, die Betriebe seien berufen dafür zu sorgen, dass Beruf und Pflege unter einen Hut zu kriegen sind. (cd)

Schlagworte zu diesem Artikel:

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats