Praktiker startet Trainee-Programm

von Judit Hillemeyer
Freitag, 13. Februar 2009
Foto: Praktiker
Foto: Praktiker
Im April startet Praktiker sein "Internationales Trainee-Programm". Damit will der Baumarktbetreiber beim akademischen Nachwuchs an Profil gewinnen.



Karl-Heinz Stroh, Mitglied des Vorstandes bei Praktiker

Die Wirtschaftskrise geht vorbei - der Demografiewandel kommt bestimmt. Mit der Ausbildung von Jungakademikern will sich die Praktiker Bau- und Heimwerker Holding AG neu positionieren. Karl-Heinz Stroh sieht darin "eine Investition in die zukünftige Unternehmensentwicklung". Der Personalvorstand unterstreicht, in guten wie in schlechten Zeiten müsse sich ein strategisches Personalmanagement grundsätzlich im Dreiklang zwischen Personalaufbau, -abbau und -umbau bewegen - im Sinne eines langfristigen unternehmerischen Bedarfs.

Acht Trainees werden im April an den Start gehen. Sie sollen künftig zentrale Funktionen im Einkauf beziehungsweise Category Management übernehmen. "Ein gut ausgebildetes Category Management ist ein signifikantes Differenzierungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb", so Stroh. Auch für die Position des Marktleiters werden geeignete Hochschulabsolventen benötigt.

Das Trainee-Programm steht allen Wirtschaftswissenschaftlern mit einer Affinität zum Handel offen. Stroh beklagt, dass "sich viele Unternehmen und deren Personalmanager noch nicht genügend mit dem Bologna-Prozess und den daraus resultierenden Chancen auseinandergesetzt haben". Er selbst ist Mitunterzeichner der "Bachelor-Welcome-Kampagne" von BDA und BDI. Die Hochschulen schließen den Umstellungsprozess bis Ende 2010 ab.

Die Unternehmen sollten den neuen Studienabgängern adäquate Einstiegs- und Entwicklungsperspektiven bieten, fordert Stroh. Er findet, ein guter Bachelor-Absolvent bringe das Rüstzeug für viele Aufgaben im Handel mit. Der Master-Abschluss müsse nicht immer konsekutiv erfolgen, sondern sei auch noch nach einigen Berufsjahren möglich. Praktiker kooperiert mit verschiedenen Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien unter anderem in Saarbrücken, Trier, Speyer, Worms, Hamburg, Gera und Riesa. Zudem veranstaltete das Unternehmen Ende Januar seinen ersten Absolvententag in Kirkel.

Stroh hat sich bei Praktiker viel vorgenommen: "Wir konzentrieren uns auf das konzernweite Talentmanagement." Die Vorbereitung auf weiterführende Aufgaben werde künftig auf dem neu entwickelten Kompetenzmodell erfolgen. Das betreffe auch Führungsqualifikationen: "Denn es ist ein Unterschied, ob man ein kleines Team von hochqualifizierten Spezialisten oder einen Markt mit hundert Mitarbeitern unterschiedlichster Qualifikationen führt." Das bisherige Baukastenmodell der Qualifizierung will er darüber hinaus stärker aufgaben- und verantwortungsbezogen systematisieren und in die unternehmensinternen Entwicklungsprogramme integrieren.

Herzstück des Talentmanagements wird ab diesem Jahr der konzernweit verbindliche "Management Development Process" (MDP) werden. Nach der individuellen Einschätzung des Potenzials beziehungsweise der Bewertung der Leistung durch den jeweiligen Vorgesetzten erfolgt in Managementkonferenzen eine Validierung dieser Ergebnisse, so dass am Ende ein Gesamtportfolio hinsichtlich Potenzial- und Leistungsträger vorliegt - eine Grundlage für künftige Besetzungs- und Entwicklungsentscheidungen. Moderiert wird der Prozess vom Personalmanagement.

Die Notwendigkeit, in Mitarbeiter zu investieren, hält Stroh für sinnnvoll und nötig. Auch - oder vor allem - in der Krise zeige sich, was ein strategisch fundiertes Personalmanagement für die Unternehmensentwicklung leisten könne, betont er.

Stroh ist seit einem knappen Jahr Personalvorstand bei Praktiker in Kirkel. Zuvor war er bei der DB Netz AG beschäftigt. Das neue Trainee-Programm soll ein kontinuierlicher Beitrag zur Sicherung von qualifiziertem Nachwuchs im gesamten Praktiker-Konzern sein. Er möchte außerdem Akzente bei der Gewinnung von Frauen für Führungs- und Expertenfunktionen setzen (juh)

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