Quote zeigt Wirkung Mehr Frauen im Dax 30

von Silke Biester
Mittwoch, 15. Juni 2016
Managerinnen besetzen jede zweite zu vergebende Position in Aktionärsvertretungen. Das zeigt die aktuelle Dax-30-Aufsichtsratsstudie von Russel Reynolds.

Mit einem Anstieg um 5 Prozent von 23,7 Prozent auf 28,7 Prozent verzeichnen die Aufsichtsräte der DAX-30-Konzerne den historisch stärksten Zuwachs an weiblichen Mitgliedern. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 39 Vertreter ersetzt oder zusätzlich gewählt. Mit 18 weiblichen Nachrückern besetzen Frauen fast jeden zweiten (46 Prozent) der zu vergebenden Aufsichtsratsposten, zeigt die Studie von Russel Reynolds.

21 der 30 Konzerne erfüllen somit heute bereits die vorgeschriebene 30-Prozent-Quote von 2020. 2015 waren es nur 13. Allerdings fiel Henkel durch das Ausscheiden von Beatrice Guillaume-Grabisch wieder auf 25 Prozent zurück.

Um ihre individuelle Selbstverpflichtung zu erfüllen, benötigen die Konzerne bis 2017 im Vorstand und auf den ersten beiden Führungsebenen mehr als 230 Frauen. Wollte man auch hier eine 30-Prozent-Quote umsetzen, bräuchte man 1.300 Frauen; auf alle Managementebenen verteilt sind es mehr als 30.000 Frauen.

Die Studienmacher warnen vor einem Tunnelblick auf die seit Jahresbeginn in Kraft getretene gesetzliche Frauenquote und lenken den Fokus auf die formale Qualität der Aufsichtsgremien. Derzeit sei etwa die digitale Transformation für viele Aufseher eine "Black Box". Nur jedes dritte Gremium verfüge wenigstens über ein Mitglied mit dezidierter Digital-Expertise.

Außerdem mangele es weiterhin an internationalen Impulsgebern: Der Anteil nicht-deutscher Aufsichtsräte ging um einen Prozentpunkt auf 27 Prozent zurück. Von diesen stamme allerdings fast jeder Dritte aus Österreich und der Schweiz.

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