Ranking Wunscharbeitgeber von Studenten Talente zieht es zu Amazon

von Silke Biester
Freitag, 12. Mai 2017
Inspiration: Beim LZ-Karrieretag suchen Studenten direkten Kontakt zu den Unternehmen der Branche. Das Recruiting-Event findet am 24. Juni 2017 statt.
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Amazon startet beim Wettbewerb um die besten Mitarbeiter richtig durch. Bei dem vom Trendence-Institut jährlich erhobenen Ranking zu den beliebtesten Arbeitgebern von Wirtschaftsstudenten zieht der Online-Riese an allen anderen Händlern vorbei. Auch die Digitaltalente kann er eher überzeugen, sich zu bewerben.

Die gute Nachricht zuerst: Das verstärkte Employer Branding des Handels scheint sich positiv auf das Image auszuwirken. Einige Top-Lebensmittelhändler konnten ihre Position im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber von BWL-Studenten kontinuierlich verbessern oder zumindest stabilisieren. Dennoch schaffen es mit Amazon, dm-Drogerie und Rewe Group nur die wenigsten in die erste Hälfte der Top-100-Liste.

Auch die Markenartikelindustrie taucht im Gesamtvergleich aller Arbeitgeber erst ab Rang 19 mit L‘Oréal auf. Die meisten Absolventen wollen nach wie vor lieber bei einem der großen Automobilhersteller, Google oder einem der Top-Beratungshäuser arbeiten.

Betrachtet man den Wettbewerb um Talente handelsintern, so fällt auf, dass dm nach mehrjähriger Verbesserung erstmals auf der Beliebtheitsskala zurückgefallen ist. Rang 1 der bevorzugten Handelsarbeitgeber belegt jetzt Amazon, gefolgt von dm, Ikea, Rewe. Aldi Süd erreicht Platz 6, Lidl 8 und Edeka Rang 11. Innerhalb des Hersteller-Vergleichs konnten sich L‘Oréal (1) und Red Bull (2) sowie auch Ferrero (4) und Dr. Oetker (6) verbessern. Unilever, Beiersdorf, Coca-Cola, Procter & Gamble, Haribo, Nestlé und Henkel haben dagegen an Beliebtheit verloren.

Interessant ist die in diesem Jahr erstmals von Trendence durchgeführte Bewertung, inwiefern die Unternehmen es schaffen, mit den jungen neuen Mitarbeitern auch zukunftsrelevantes Digital-Know-how anzulocken. Unter den Händlern liegt Amazon auch hier ganz vorne. Ebenfalls im grünen Bereich landen Ikea und Hugo Boss, gefolgt von dm und Otto. Weniger attraktiv für Digitals sind aber offenbar die klassischen Lebensmittelhändler. Douglas landet sogar im roten Bereich.

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In der Markenartikelindustrie kann sich Red Bull die besten Digitaltalente aussuchen, gefolgt von Unilever, Coca-Cola und Procter & Gamble. Nestlé, Johnson & Johnson sind im vorderen Mittelfeld, während Bahlsen das Schlusslicht unter den Digi-Magneten der im FMCG-Ranking aufgeführten Hersteller ist. Der neu entwickelte Index berücksichtigt sowohl die Quote der Digitals unter den potenziellen Bewerbern als auch die Marktstärke des Arbeitgebers insgesamt.

Für diese Auswertung mussten die Befragten angeben, ob sie Seminare zu Themen wie Social Media, Change Management, Big Data, Business Analytics, Agiles Projektmanagement, IT Strategy und Mobile Solutions absolviert haben. Zudem haben sie Fragen zum praktischen Umgang mit digitaler Technologie beantwortet. Demnach sind 88 Prozent in der Lage, einen Drucker oder Scanner zu installieren, 74 Prozent führen Bankgeschäfte online durch.

Die Hälfte benutzt Clouddienste und hat schon mal ein Betriebssystem installiert. Aber auch unter den Digital Natives hat nur jeder siebte schon mal eine Facebook-Kampagne durchgeführt, nur 6,6 Prozent haben eine SEO-Kampagne gestartet und gerade mal 3,5 Prozent pflegen einen Videochannel, ebenso wenige haben bereits eine App konzipiert oder programmiert.

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Bei der digitalen Vorbildung gibt es nur marginale Unterschiede zwischen Studis im Allgemeinen und jenen, die sich besonders für die Branche interessieren. Die FMCG-Interessierten gehen aber zu einem größeren Teil davon aus, dass die Digitalisierung attraktive Jobs bringt. Deutlich verhaltener ist diese Gruppe allerdings bei der Einschätzung der eigenen Chancen. Die Hälfte macht sich Sorgen um die berufliche Zukunft und glaubt, es bei der Jobsuche schwer zu haben.

Und nur ein Viertel fühlt sich durch die Ausbildung gut vorbereitet für die berufliche Laufbahn. Nicht interpretierbar sind dabei Ursache und Wirkung: Entweder zieht die Branche etwas selbstkritische Persönlichkeiten an – oder aber die etwas weniger gut Vorbereiteten interessieren sich für die Branche, weil sie in den besonders beliebten Branchen noch schlechtere Chancen für sich sehen.

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