Recruiting Talente für den Handel dringend gesucht

von Silke Biester
Freitag, 13. April 2018
T reffpunkt: Mediadidact lädt Handelspersonaler zum Berufsbildungsforum ins BZE.
T reffpunkt: Mediadidact lädt Handelspersonaler zum Berufsbildungsforum ins BZE.
Die Rekrutierung und Mitarbeiterbindung sind für den Handel herausfordernd. Das Berufsbildungsforum von Mediadidact beleuchtete die Probleme und bot Anregungen zur besseren Präsenz als Arbeitgeber.

Wenn es immer weniger Schüler gibt, die aber immer häufiger studieren wollen, müssen sich Handelsunternehmen doppelt anstrengen, um den Nachwuchs für sich zu gewinnen. Beim Berufsbildungsforum von Mediadidact, der LZ-Schwester für Ausbildungsmedien, konnten die Personalentwickler führender Lebensmittelhändler sich inspirieren lassen, wie sie Mitarbeiter gewinnen und binden können.

Argumente für eine gelungene Bewerberansprache lieferte Thomas Schmidt vom Bildunsgzentrum des Einzelhandels. Der Gastgeber des Treffens hatte zuvor seine 1 800 Schüler befragt, was für sie die schlagenden Argumente waren, im Handel arbeiten zu wollen: Für 63,7 Prozent zählt Verantwortung, mehr als die Hälfte loben Karrierechancen, Abwechslungsreichtum und Kontakt zu Menschen. Ausschlaggebend für den eigenen Arbeitgeber war für 64 Prozent "der gute Ruf". Aufstiegschancen lockten 89 Prozent in ein Abiturientenprogramm. "Das muss in den Stellenanzeigen drinstehen", stellte Schmidt klar.

Prof. Martina Harms von der Hochschule Bremen zeigte, wie man sich auf Menschen mit Migrationshintergrund beim Recruiting einstellt. Wichtig sei es, sich eine zum Unternehmen passende Strategie zu erarbeiten, die dann verfolgt wird. 31 Prozent dieser heterogenen Gruppe finden den Beruf Kaufmann im Einzelhandel gut, aber nur 18 Prozent der deutschen Schulabgänger. "Heute muss sich das Unternehmen beim Kandidaten bewerben", forderte Jan Kirchner vom Employer-Branding-Spezialisten Wollmilchsau seine Zuhörer auf, die Perspektive zu ändern. Dafür gelte es konsequent die eigenen Prozesse zu hinterfragen: "Viele Bewerber werden durch die langwierige Verwaltung vergrault." Als Bestpractice-Beispiel berichtete Benjamin Brähler aus der Praxis bei Tegut: Schnellste Reaktionen, transparente Abläufe, Elternabende für Azubi-Angehörige und Bewerbungsgespräche via Skype entsprechen dem Zeitgeist.

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