Rewe will zur Selbsthilfe motivieren

von Redaktion LZ
Freitag, 15. Februar 2013
Feingefühl gefragt: In manchen Lebensphasen sind Mitarbeiter durch private Probleme überproportional belastet. Rewe qualifiziert Ansprechpartner zur Hilfestellung.
Michael Jung/fotolia.com
Feingefühl gefragt: In manchen Lebensphasen sind Mitarbeiter durch private Probleme überproportional belastet. Rewe qualifiziert Ansprechpartner zur Hilfestellung.
Das Gesundheitsmanagement der Rewe Group entwickelt Maßnahmen zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit in schwierigen Lebenssituationen.
Private Probleme können die Leistung im Beruf deutlich einschränken und sich sogar auf das gesamte Team negativ auswirken. Bestehende externe Hilfsangebote werden von den Betroffenen jedoch oftmals erst in Anspruch genommen, wenn die Arbeitskraft bereits eingeschränkt ist, weil die Zugangshürden hoch sind.

Deshalb hat die Rewe Group in Kooperation mit dem Institut für gesundheitliche Prävention (IFGP) ein Pilotprojekt aufgesetzt, um die Beschäftigungsfähigkeit unter Berücksichtigung kritischer Lebensereignisse zu erhalten. Es wird im Rahmen der Initiative "Neue Qualität der Arbeit" vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

Probleme in allen Lebensphasen möglich

"Kritische Lebensereignisse sind kein Thema einer besonderen Zielgruppe – sie betreffen alle Beschäftigten in unterschiedlichen Lebensphasen", weiß Berndfried Dornseifer, Personalleiter der Rewe Group. Interne Befragungen hätten zudem gezeigt, dass kritische persönliche Ereignisse und außergewöhnliche Arbeitsanforderungen häufig in Kombination auftreten. Insbesondere im Alter von 45 bis 55 Jahren, sind Beschäftigte überdurchschnittlich oft von kumulierten Belastungen betroffen.

"Die Auswirkungen von Ereignissen wie die Pflege von Angehörigen, eigene Erkrankungen, Tod der Eltern, Scheidung, Verschuldung, etc. sind in Bezug auf Beschäftigungsfähigkeit, Motivation und Arbeitsleistung von Beschäftigten teilweise gravierend", sagt Dornseifer. Mit dem Projekt "Lebensphasenorientierte Selbsthilfekompetenz" will Rewe Auswirkungen wie Überforderung, Konzentrationsschwierigkeiten und Leistungsabbau vorbeugen.

Handlungsanleitungen für Betroffene

Am Anfang stand zunächst die interne Sensibilisierung für das Thema. Um ein Netzwerk von Ansprechpartnern zu qualifizieren, wurden bereits rund 50 Personalverantwortliche, Betriebsräte und interne Experten wie etwa Suchtbeauftragte und Gesundheitsreferenten zu Multiplikatoren ausgebildet, die als "kollegiale Erstberater" für die Mitarbeiter ansprechbar sind.

Im Sinne eines Lotsen vermitteln sie auch den Zugang zu externen Hilfseinrichtungen. Ein weiterer Schritt war die Entwicklung unterstützender Medien wie Leitfäden, Handlungshilfen und Kurzchecks, die Führungskräften, Multiplikatoren und Betroffenen Handlungsanleitungen im Umgang mit den belastenden Situationen bieten.

Die Maßnahmen zielen darauf ab, betroffene Beschäftigte durch verständliche Informationen und leicht zugängliche Angebote zu begleiten. Zugleich soll die Stärkung der Selbstverantwortung der Angestellten das Unternehmen entlasten.

Positive Rückmeldungen

Um möglichst bundesweit jeden zu erreichen, hat Rewe das Projekt bei etlichen internen Veranstaltungen vorgestellt und auch in der Mitarbeiterzeitung beschrieben. Die Resonanz ist gut: "Die bisherigen Erfahrungen während der Pilotphase zeigen, dass die Betroffenen sich vertrauensvoll an Multiplikatoren wenden und positive Rückmeldungen geben", so Dornseifer.

Für das Jahr 2013 ist daher die Weiterentwicklung der geschaffenen Strukturen und der Ausbau des entstandenen Netzwerkes geplant. Vor allem aber werden weitere Multiplikatoren ausgebildet.

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