Top-Manager suchen Top-Talente

von Judit Hillemeyer
Freitag, 16. Oktober 2009
"Natürliche Ressourcen nutzen, Lebensbedingungen verbessern" - unter diesem Leitmotiv stellten vergangene Woche rund 700 Studierende aus 41 Ländern auf dem SIFE World Cup in Berlin Projekte zum unternehmerischen und sozialen Engagement vor. Studierende der Université Francaise d'Egypte aus der Nähe von Kairo haben in diesem Jahr den SIFE-World-Cup gewonnen.



Das Siegerteam überzeugte die rund 400 Juroren aus dem In- und Ausland. Die Ägypter stellten ein Projekt auf einer im Nil gelegenen Insel vor. Dort entsteht in Kürze aufgrund lokalen Engagements eine mit Biogas betriebene Bäckerei, die täglich 40.000 Brote für die in Armut lebende Bevölkerung herstellen soll. Als Energieressource dient Tierdung.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise habe die Notwendigkeit des Nachhaltigkeitsprinzips auf allen wichtigen Themenfeldern unserer Gesellschaft deutlich vor Augen geführt, so Jörg Krell, Präsident von SIFE Deutschland und Leiter des Vorstandsstabes der Bayer AG, in seiner Eröffnungsrede.

Den zweiten Platz belegen Studierende des Alpha Arts and Science College aus Indien mit einem Projekt zur Herstellung von Tomatenpulpe (zerkleinerte Fruchtbestandteile). Die Initiative soll helfen, die Lebensbedingungen von Tomatenzüchtern nachhaltig zu verbessern. Die Drittplatzierten kommen von der Memorial University in Kanada. Die Gruppe kreierte einen Schülerwettbewerb, der Kinder und Jugendliche über Möglichkeiten zur Energieeinsparung informierte.

Das Team der Universität Mannheim erreichte mit seiner Initiative "Chances up", die junge Arbeitslose beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt unterstützt, den vierten Platz. Zum ersten Mal gelang es damit einer deutschen Gruppe, über zwei Auswahlrunden bis ins Finale zu kommen.

"In diesem Jahr standen vor allem Projekte für kleine Unternehmen aus nicht-europäischen Ländern im Mittelpunkt der Veranstaltung. Dort arbeiten viele SIFE-Teams an der Verbesserung elementarer Lebensbedingungen der Bevölkerung", sagt Petra Lewe, Geschäftsführerin von SIFE Deutschland. Für die Sponsoren aus der Wirtschaft biete die Initiative die Möglichkeit, Kontakte zu qualifizierten Talenten aus der ganzen Welt zu knüpfen, hob Lewe hervor. Gelegenheit dazu bot die während des World Cups in Berlin initiierte Karrieremesse. Hier trafen sich Unternehmensvertreter und Studierende zu Informationsgesprächen.

Die Studentenorganisation Students In Free Enterprise wurde 1975 in den USA gegründet. Sie zählt heute rund 35.000 Mitglieder an 1.400 Universitäten in 41 Ländern. SIFE Deutschland wurde 2003 in Köln gegründet und ist an 27 Universitäten vertreten. Zu den Sponsoren zählen u.a. Metro, Heinz, Beiersdorf, Freudenberg, Henkel und Schlecker.

(juh)

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