Sicherheit und starke Marken überzeugen

von Judit Hillemeyer
Freitag, 16. Oktober 2009
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Nach ihrem Wunscharbeitgeber befragt, nennen deutsche Schüler neben dem Öffentlichen Dienst Arbeitgeber mit starken Produktmarken. So lautet das Ergebnis einer Umfrage des Trendence Instituts.



Sinkende Schülerzahlen, schwache Konjunktur, Fachkräftemangel - die Sicherstellung von Nachwuchs stellt die meisten Unternehmen vor neue Herausforderungen. Viele betreiben Personalmarketing im Internet und vor Ort an Schulen.

Schüler orientieren sich bei der Wahl ihres Wunscharbeitgebers vor allem an ihnen bekannten Unternehmen mit einem hohen Image. Zum vierten Mal in Folge hat das Trendence Institut, Berlin, Schüler zu ihren beruflichen Plänen befragt.

Firmen mit hoher Dominanz

Die Befragten durften Betriebe auch aus der Nachbarschaft angeben, doch auf die vorderen Plätze schafften es nur jene mit hoher Prominenz. So erreichten die ersten drei Plätze Pro Sieben Sat 1, die Polizei und Apple. Neben dem Bekanntheitsgrad glauben viele Jugendliche, dass sie das Berufsangebot insbesondere bei der Polizei gut einschätzen können.

Deutsches Schülerbarometer 2009
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Innerhalb der Konsumgüterwirtschaft besetzen H&M, Adidas, Apple, Ikea sowie C&A die vorderen Ränge. "Wir können klar beobachten, dass Schüler, die es zu Konsumgüterherstellern und in den Handel zieht, viel Wert auf praktische Tätigkeiten und eine sichere Anstellung legen", so Gesa Bartels, Marketingmanagerin beim Trendence Institut. Viele Schüler sind mit einem angespannten Arbeitsmarkt und steigenden Anforderungen im Berufsleben aufgewachsen. In Krisenzeiten wählen sie vor allem omnipräsente Arbeitgeber auf die vorderen Plätze.

"Unsere Vermutung hat sich bestätigt, dass gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Produktmarke bei der Arbeitgeberwahl eine große Rolle spielt", bestätigt Jörn Klick, Berater beim Trendence Institut.

Auch Handelsunternehmen sind in der Lebenswelt von Schülern omnipräsent aufgrund ihrer Produktpräsenz. "Ikea, Douglas oder Peek&Cloppenburg bieten zudem gute Aus- und Weiterbildungsprogramme im In- und Ausland an, die den Schülern eine längerfristige Perspektive im Handel bieten", erläutert Bartels. "Generell beobachten wir im Handel eine Professionalisierung der Nachwuchsförderung", sagt sie.

Sicherheit ist gefragt

Neben vielseitigen und interessanten Arbeitsaufgaben steht die Sicherheit des Arbeitsplatzes für die Schüler an erster Stelle, wenn es um die Wahl ihres künftigen Arbeitgebers geht. Von den Schulen fühlen sich jedoch viele bei der Berufswahl ungenügend unterstützt.

Zu den beliebtesten angestrebten Studienrichtungen gehören vor allem Sprach- und Kulturwissenschaften, Naturwissenschaften sowie Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, gefolgt von den Ingenieurwissenschaften. "Anhand der Einschreibzahlen an den Universitäten sowie der angenommenen Ausbildungsplätze können wir erkennen, dass der Großteil der Schulabgänger sich für eine weiterführende Ausbildung in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen und Recht entscheidet", so Klick.

Für das diesjährige Deutsche Schülerbarometer wurden die Antworten von fast 13.000 Schülern an Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien ausgewertet. (juh)

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