Deutsche fürchten Pleite

von Judit Hillemeyer
Mittwoch, 23. März 2005
Von beruflicher Selbstständigkeit träumen in Deutschland wesentlich weniger Menschen als beispielsweise in Irland oder Portugal. Nur etwa 39 Prozent der Bundesbürger würden ihr Geld am liebsten als eigener Chef verdienen.



In Portugal, Irland und den USA sind es rund 60 Prozent, die beruflich gerne auf eigenen Füßen stehen, so das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. In einer Untersuchung der Europäischen Kommission, bei der mehr als 21 000 Personen befragt wurden, stellte sich heraus, dass vor allem der Gedanke an den Gerichtsvollzieher viele Deutsche vom Sprung in die Selbstständigkeit abhalte.

Jeder Zweite hierzulande habe Angst, nach einer verunglückten Firmengründung sein Privatvermögen zu verlieren. Bei der Iren und den Portugiesen fürchtet sich davor nur jeder Dritte - in den USA nur jeder Fünfte.

Dabei scheint nicht nur die Mentalität Ursache für das mangelnde Gründungsfieber zu sein. Auch das Geflecht von Gesetzen und Verordnungen schrecke viele ab.

So sagen fast drei Viertel der Bundesbürger, dass es auf Grund der kaum durchschaubaren bürokratischen Regulierungen sehr kompliziert sei, eine neue Firma aufzuziehen.

Eine ebenso große Gruppe meint, die Konjunktur erschwere derzeit eine Unternehmensgründung. (juh)

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats