Employer Branding Social Web zieht junge Bewerber an

von Christiane Düthmann
Freitag, 30. Mai 2014
Recruiting, Employer Branding und Social Media stehen auf der HR-Agenda ganz oben. Auch bei den Unternehmen der Foodbranche ist eine Vielzahl von Maßnahmen im Einsatz. Dabei zeichnen sich erste Erfolge ab, wie eine aktuelle Studie der AFC-Personalberatung zeigt.
Der demografische Wandel hinterlässt Spuren in der Lebensmittelwirtschaft. Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Acker bis ins Handelsregal, bemerken seine Auswirkungen.

Vor allem die Bereiche Technik, Produktion, Vertrieb und IT sind zusehends betroffen. Wenn ältere Mitarbeiter aus diesen Ressorts sich in den Ruhestand verabschieden, drohen Fachkenntnisse und Erfahrungen verlorenzugehen, die sich nur schwer ersetzen lassen.

Denn Talente mit entsprechendem Know-how sind am Markt Mangelware. Während sich Akademiker trotz schrumpfender Bewerberpools noch vergleichsweise leicht finden lassen, verschärfen sich die Engpässe vor allem bei technischen Fachkräften.

Ist der Arbeitgeber zudem – wie häufig in der Lebensmittelherstellung – im ländlichen Raum angesiedelt, wird manche Stellenbesetzung zur sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Die Betriebe reagieren. Sie investieren in neue Recruitingwege, polieren ihre Employer Brands und verstärken die Kommunikation mit jungen Zielgruppen im sozialen Netz. "Dabei kommt es darauf an, Maßnahmen langfristig anzulegen", nennt Anselm Elles einen wesentlichen Erfolgsfaktor.

Er ist Geschäftsführer der AFC-Personalberatung, die in diesem Jahr erneut die HR-Trends in der Foodbranche unter die Lupe genommen hat. "Zudem müssen alle relevanten Kanäle integriert werden. Bloße Lippenbekenntnisse auf der Homepage oder Hochglanzbroschüren reichen nicht aus", fügt AFC-Direktor Gregor Berneiser hinzu.

Aktivitäten im sozialen Netz sind ein strategisches Muss

Insgesamt 370 Unternehmen wurden befragt; viele davon kleinere Mittelständler, denen die Ressourcen fehlen, um alles Denkbare umzusetzen. Sie fokussieren sich auf das in ihrem Rahmen Machbare, in diesem Jahr zum Beispiel auf Kooperationen mit Schulen und Universitäten oder das Thema "Erreichbarkeit der HR-Abteilung".

Aktivitäten im sozialen Netz sind dabei "ein strategisches Muss", so die AFC-Manager Elles und Berneiser. Zwar zögern viele Branchenvertreter noch, aber immerhin jeder zweite ist bei Facebook aktiv. Auch Xing (38), Twitter (30), Linkedin (24) und Youtube (21) werden recht häufig genutzt.

5 Prozent haben sogar den noch neuen Kanal Google+ für sich entdeckt. Man will sich durch das Engagement auf den Plattformen als attraktiver Arbeitgeber am Markt positionieren. Noch wichtiger allerdings ist die gezielte Ansprache der sogenannten Generation Y.

Die Rechnung scheint aufzugehen. Vier von zehn Studienteilnehmern, die über das Social Web an junge Talente herankommen möchten, können sich über Erfolge freuen. Ein Viertel derjenigen, die mithilfe von Facebook & Co. ihre Arbeitgebermarke insgesamt aufhübschen wollen, sehen diese Erwartung bereits erfüllt. Und von den 40 Prozent, die sich mehr qualifizierte Bewerbungen erhoffen, hat ein Fünftel tatsächlich schon vielversprechende Kandidaten rekrutieren können.

Dass noch Einiges zu tun bleibt, zeigt die Selbsteinschätzung in Sachen Employer Branding. Die Note "sehr gut" geben sich 6 Prozent der Befragten für ihre Maßnahmen. "Gut" finden sich 33, "befriedigend" 45 Prozent. 19 Prozent benoten sich mit "ausreichend", 2 Prozent mit "mangelhaft".

 






 

 

 

(cd)

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