Solidarität mit den Quelle-Azubis

von Judit Hillemeyer
Freitag, 30. Oktober 2009
Viele Unternehmen zeigen sich solidarisch mit den Auszubildenden des insolventen Versandhändlers Quelle - darunter auch Handelsunternehmen wie Otto und Metro. Ziel ist die Schaffung von Anschlussverträgen.



Betroffen sind bei Quelle insgesamt 229 Lehrlinge. Die Solidarität ist groß. Insgesamt haben sich 80 Unternehmen bereit erklärt, mit den Auszubildenden Anschlussverträge abzuschließen, heißt es bei Quelle.

Dazu gehört der Düsseldorfer Metro-Konzern. Dieser kündigte an, rund 100 zusätzliche Ausbildungsplätze für die Betroffenen zu schaffen. Die Hälfte will die Sparte C + C anbieten. Die Vertriebslinie Real spricht von mehr als 20 Anschlussverträgen. Auch Media-Saturn und Kaufhof signalisieren ihre Bereitschaft.

Geführt werden bereits entsprechende Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit und den Verantwortlichen bei Quelle sowie den Lehrlingen. Bei Metro C+C könnten Betroffene bereits ab 1. November ihre Ausbildung fortsetzen.

Am vergangenen Freitag stellte der Konzern den Lehrlingen seine Initiative vor: "Wir freuen uns sehr, diesen jungen Menschen eine neue Perspektive geben zu können. Schließlich ist eine solide Ausbildung das Fundament für den künftigen beruflichen Werdegang", so Harald Fraszczak, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Metro C+C Deutschland. Verteilt werden könnten die Neuen regional und überregional auf verschiedene Großmärkte.

Auch das Hamburger Handels- und Dienstleistungsunternehmen Otto will einem Teil der Lehrlinge bei Quelle ein Angebot unterbreiten. "Wenn wir mobilen Auszubildenden helfen können, dann werden wir das gerne tun", sagt ein Otto-Sprecher.

Die Schwierigkeit liegt vor allem in der Immobilität der Auszubildenden. Häufig sind sie noch minderjährig. Vor diesem Hintergrund will Otto Anschlussverträge nach Möglichkeit in den Tochtergesellschaften in Süddeutschland, wie bei Witt in Weiden oder Baur in Burgkunstadt, vermitteln.

In der Region will außerdem der ERP-Software-Anbieter IFS neue Ausbildungsplätze schaffen. Über die entsprechenden Angebote können sich am kommenden Montag interessierte junge Menschen informieren.

Bislang sind das wohlwollende Absichtserklärungen. Wie viele Lehrlinge tatsächlich einen Anschlussvertrag erhalten, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. (juh)

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