Die Vernetzung von Menschen und Inhalten

von Judit Hillemeyer
Freitag, 26. Januar 2007
Interaktion à la Web 2.0. Konzerne nutzen das Intranet zur Pflege sozialer Kontakte und zum Wissenstranfer. Unternehmen wie Siemens, Metro, Motorola und Wal-Mart gehen hier die ersten Schritte und setzen neue Akzente in der digitalen Unternehmenskommunikation.



Das Bedürfnis nach Information und Kontakt haben Menschen, seit sie ihre Höhlen verließen. Ihre Möglichkeiten haben sich radikal verändert. Noch hinkt der alte Kontinent etwas hinterher. Europa ist nicht auf die Millennials-Arbeitnehmer vorbereitet, attestiert eine von Xerox bei Forrester Consulting in Auftrag gegebene Studie. Gemeint ist die Generation, die nach 1980 geboren und im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist.

Sie erhalte nicht die geeigneten "kollaborativen Tools", gemeint sind Anwendungen zur Unterstützung der Zusammenarbeit in einem Unternehmen sowie die IT-Infrastruktur am Arbeitsplatz, die sie für ein effektives Arbeiten brauche. Zwar habe die Mehrheit der deutschen Führungskräfte (94 Prozent) erkannt, dass diese Generation anders mit Technologien umgeht, dennoch hätten nur wenige Firmen Peer-to-Peer-Netzwerke implementiert.

Vernetze Arbeitsplätze

"Das ändert sich", prognostiziert David Eicher, Geschäftsführer der R & H Marketing GmbH, München. Das Unternehmen beschäftigt sich mit dem Kommunikationsinstrument Web 2.0 - dem Sammelalbum für Anwendungen, Marketing, Services und Webdiensten in Wort und Bild. Es bietet ein hohes Integrationspotenzial, über das Mitarbeiter kommunizieren können.

Internationale Konzerne übernehmen hier eine Vorreiterrolle. So unterhalten etwa Siemens, Motorola und Wal-Mart in den USA "Wiki"-Seiten. Vorbild ist Wikipedia - die Enzyklopädie als Gemeinschaftsarbeit. Thematisch steht beim Handelshaus das eigene Unternehmen im Fokus des Interaktionsmanagements. Die Möglichkeiten interner Netzwerke sind vielfältig: Unternehmensneuigkeiten können verbreitet, berufliche Erfahrungen und Wissen transportiert und Hobbys geteilt werden.

Metro bietet über den "Arbeitsplatz der Zukunft" seinen Mitarbeitern eine länderübergreifende Kommunikation. Gefördert werden Arbeitsprozesse sowie die Bildung von Netzwerken. Angestellte können eigene virtuelle Räume zu verschiedenen Themen anlegen. Derzeit beschäftigt sich Metro "mit den zahlreichen Möglichkeiten, die unter dem Schlagwort Web 2.0 diskutiert werden".

Soziale Netzwerke sind auch bei Fusionen hilfreich. Sie übernehmen integrative Funktionen, um emotionalen Vorbehalten und Abwertungen entgegenzuwirken. Auch das klassische Vorschlagswesen und das digitale Lernen können im Intranet Platz finden. "Das Web 2.0 ist nicht der direktional verlängerte Arm der Geschäftsleitung", sagt Eicher. Es kann ebenso wenig wie Flurfunk kontrolliert, sondern lediglich moderiert werden (juh)

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