Stellenanzeigen Stereotype schrecken Frauen ab

von Silke Biester
Donnerstag, 17. April 2014
Lidl: Zeigt gezielt Frauen in Job-Anzeigen.
Lidl
Lidl: Zeigt gezielt Frauen in Job-Anzeigen.
Frauen fühlen sich von Stellenbeschreibungen oft nicht angesprochen. Formulierung hält sie von Bewerbung auf Managementpositionen ab.
"Wir haben so wenig Frauen auf Führungspositionen, weil wir so wenige gute Bewerbungen bekommen", heißt es häufig. Wissenschaftler der Technischen Universität München haben nun erkannt, was Frauen von der Bewerbung abhält, obwohl sie qualifiziert sind: der Text der Stellenanzeige.

Frauen fühlen sich von Begriffen wie zielstrebig, durchsetzungsstark, offensiv, selbstständig oder analytisch weniger angesprochen. Sie bewerben sich nicht, wenn die Anzeige voll von männlichen Stereotypen ist. Stärker angesprochen fühlten sich weibliche Jobsuchende von Wörtern wie engagiert, verantwortungsvoll, gewissenhaft und kontaktfreudig. Für Männer macht der Ausschreibungstext keinen Unterschied.

"Ein sorgfältig formulierter Text ist die Voraussetzung für eine optimale Personalauswahl", sagt Studienleiterin Prof. Claudia Peus, vom Fachgebiet für Forschungs- und Wissenschaftsmanagement. "Es macht zwar meist keinen Sinn, alle männlich besetzten Begriffe einfach wegzulassen. Doch nur ein ausgewogenes Profil sichert die Chance auf gute Bewerberinnen", stellt sie klar.

 

In der Schwarz-Gruppe hat man das Muster offenbar bereits erkannt. Stellenanzeigen für Lidl und Kaufland werden auf Chancengleichheit geprüft. Auch Fotos wurden schon ausgetauscht. Statt eines Mannes im Anzug, der einer Frau etwas erklärt, werden teilweise nur noch Managerinnen im Bild gezeigt.

 

 

(sb)

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