Personalmarketing zahlt sich aus

von Judit Hillemeyer
Freitag, 04. September 2009
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Lufthansa ist bei BWL-Absolventen der beliebteste Arbeitgeber. Automobilhersteller haben als Wunscharbeitgeber an Attraktivität eingebüßt. Dagegen steigt die Konsumgüterwirtschaft in der Gunst der Studenten langsam aber stetig.



Unter denjenigen Absolventen, die eine Karriere in der Konsumgüterbranche anstreben, ist Adidas in diesem Jahr der beliebteste Arbeitgeber, gefolgt von L'Oréal, Procter & Gamble sowie Coca-Cola. "Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier jedoch nicht nur in der Kraft der Produktmarke, mit denen sich die meisten Absolventen leicht identifizieren können, sondern im geschickten und konsequenten Personalmarketing und dem Formen der Arbeitgebermarke", erläutert Holger Koch, Geschäftsführer des Trendence Instituts in Berlin.

Deutsches Absolventenbarometer 2009 - Business Edition
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Zum elften Mal in Folge hat das Berliner Institut examensnahe Studierende der Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften zu ihren beruflichen Plänen befragt. Die Befragten wählen insgesamt drei Wunscharbeitgeber, die nicht alle einer Branche angehören müssen.

Dabei zeichnet sich ein Trend ab: Automobilhersteller sinken in der Gunst der Hochschulabsolventen. Unter angehenden Wirtschaftswissenschaftlern konnte Lufthansa Audi, Porsche und BMW von ihren Plätzen verdrängen. Die Luftfahrtgesellschaft steigt vom fünften Rang (2008) zum beliebtesten Arbeitgeber der Wirtschaftsstudenten auf. In der Engineering Edition können die traditionell beliebten Automobilhersteller ihre Rangpositionen zwar halten, verlieren aber an Prozentpunkten.

Autobauer verlieren an Attraktivität

"Einstellungsstopps und Entlassungen bei deutschen Autobauern führen zu einem massiven Vertrauens- und Attraktivitätsverlust bei den Absolventen", sagt Koch. Von außen betrachtet ist Deutschland nach wie vor technikaffin, hat sich jedoch offenbar von der krisengefährdeten Automobilbranche etwas ab- und einem adäquaten Ersatz zugewendet.

Viele Einzelhändler und Konsumgüterhersteller finden sich im Mittelfeld - mit steigender Tendenz. So belegt beispielsweise Unilever Rang 27, gefolgt von Aldi Süd (30), Metro Group (35), Henkel (43), Dr. Oetker (47), Douglas-Gruppe (64) und Rewe Group (78). Insbesondere in Krisenzeiten verschieben sich die Faktoren, nach denen Absolventen sich ihren ersten Arbeitgeber aussuchen, sagen die Analysten. So ist Sicherheit derzeit ein wichtiges Kriterium. Arbeitgeber, die bis dato etwas "verstaubt" wirkten, punkten nun mit ihrer Stabilität.

Hauptziel der Untersuchung ist nicht nur die Ermittlung der attraktivsten Arbeitgeber, sondern auch die Erwartungen, Kommunikationsgewohnheiten und Trends der Hochschulabsolventen zu erfassen. So bewertet die jetzige Jungakademiker-Generation ihre Zukunft pessimistischer. Fast zwei Drittel der Wirtschaftswissenschaftler glauben, dass es in diesem Jahr schwierig sein wird, einen Arbeitsplatz zu finden. 2008 hatten dieser Aussage nur gut 26 Prozent zugestimmt. Ähnlich sieht es bei den angehenden Ingenieuren aus: Sahen 2008 nur rund 12 Prozent Probleme darin, eine geeignete Arbeitsstelle zu finden, sind es in diesem Jahr über 51 Prozent.

Angehende BWL-Absolventen erwarten ein Einstiegsgehalt von 42.200 Euro. Das sind rund 500 Euro weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig gehen sie davon aus, mit einer Wochenarbeitszeit von 47 Stunden 30 Minuten länger am Arbeitsplatz zu verbringen als noch im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Bei den angehenden Ingenieuren sanken die Gehaltserwartungen um 700 Euro auf 43.800 Euro. Sie gehen davon aus, mit 44,1 Wochenstunden am Arbeitsplatz lediglich 0,1 Stunden mehr zu arbeiten als im Vorjahr.

Trotz der hohen Anzahl an Studierenden, die derzeit ihre Ausbildung an deutschen Hochschulen beenden, ist die Suche nach Top-Absolventen für Arbeitgeber nach wie vor recht schwierig. Basisbefragung

Das Ranking der Top-100-Arbeitgeber basiert auf den Antworten von rund 18 000 examensnahen Studenten der Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften von 109 Hochschulen - durchgeführt vom Berliner Trendence Institut.

Auswahlverfahren

Die Studenten wählen aus einer Liste von 100 Arbeitgebern die zehn für sie attraktivsten oder fügen die hinzu, die nicht auf der Liste stehen. Aus dieser Vorauswahl werden im nächsten Schritt die Top drei gekürt. (juh)

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