Attraktivität von Arbeitgebermarken Studenten wollen für Marken arbeiten

von Silke Biester
Donnerstag, 25. September 2014
Beim Ranking der weltweit beliebtesten Jobadressen angehender Ökonomen schneiden FMCG-Riesen wie L’Oréal, Procter & Gamble, Nestlé und Unilever gut ab. Google ist zum sechsten Mal infolge der Wunscharbeitgeber Nummer eins im Universum-Ranking.
Die Attraktivität von Arbeitgebermarken nimmt Universum Global jedes Jahr unter die Lupe. Dafür befragt das Beratungsunternehmen mehr als 200.000 Studierende wirtschaftsnaher Fachbereiche und der Ingenieurswissenschaften in den zwölf größten Volkwirtschaften der Welt. Für beide Berufszweige ist Google der attraktivste Arbeitgeber.

Vor allem bei den Wirtschaftswissenschaftlern behaupten sich auch bekannte Markenartikler in der Arbeitgeber-Wunschrangliste. Einige konnten ihr Image bei den potenziellen Mitarbeitern weiter verbessern.

Procter & Gamble hat sich von Platz 10 im vergangenen Jahr auf Platz 7 nach vorne gearbeitet. Und auch die Anziehungskraft der Arbeitgebermarke L’Oréal hat sich verstärkt: Der französische Kosmetikkonzern kletterte von Rang 15 auf Rang 12.

Ganze fünf Schritte konnte sich der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé nach vorne bewegen, er belegt nun Platz 20. Auch Unilever (21), Johnson & Johnson (23), Coca-Cola (24), PepsiCo (31) und Heineken (36) erreichen die Top-50.

Coke hat mit einem Rückgang um satte 15 Positionen innerhalb der Auflistung am deutlichsten verloren. Allerdings schafft es beispielsweise der Food-Konzern Kraft Foods, der 2012 noch Rang 33 erreichte, seit der Aufspaltung beziehungsweise Umbenennung zu Mondelez nun gar nicht mehr in die Universum-Hitliste.

Einziger Händler in dem globalen Ranking ist auch in diesem Jahr wieder Ikea (30). Allerdings ist das schwedische Möbelhaus in der Gunst der Jungakademiker etwas zurückgefallen: 2012 landete es noch auf Platz 21 (2013: 24).

Bei einer Sonderauswertung unter deutschen BWL-Studenten schneiden die FMCG-Adressen Procter & Gamble (24), L’Oréal (17) Nestlé (30) und Johnson & Johnson (72) ein wenig schlechter ab, als im weltweiten Vergleich. Coca-Cola, PepsiCo und Heineken wurden nicht ausgewiesen. Unilever hat sich hierzulande dagegen noch besser als Arbeitgeber präsentiert und erreicht Rang 14.

Professionelles Training, Weiterentwicklung und ein kreatives, dynamisches Arbeitsumfeld steigern bei den Befragten den Wunsch, bei einem Unternehmen zu arbeiten. Studenten in Deutschland erwarten außerdem ein attraktives Grundgehalt, die Aussicht auf ein hohes Einkommen in der Zukunft und ein freundliches Arbeitsumfeld.

Doch: "Mit Lohn und Status allein sind die jungen Leute nicht mehr abzuspeisen", sagt Stefan Lake, Country Manager Germany bei Universum. "Sie sind zwar karriereorientiert, aber die Karriere muss zu ihrem Lebensentwurf passen." Insbesondere jungen Ingenieuren ist auch die Sicherheit ihrer Anstellung wichtig.

Um ihren Namen auch als Employer Brand aufzuladen, sollten Unternehmen nicht nur über ihre Produkte sprechen, rät Lake: "Auch weniger greifbare Faktoren wie die Unternehmenskultur, die den Alltag im Unternehmen ausmachen, müssen authentisch erzählt werden."

Im Ansehen künftiger Ingenieure steht die Konsumgüterwirtschaft nicht ganz so gut da, wie bei den Ökonomen. Im globalen Ranking kommen Procter & Gamble sowie Johnson & Johnson auf einen ansehnlichen 12ten und 14ten Platz. Coca-Cola erreicht Rang 23 und L’Oréal 24.

Nestlé rutscht um 12 Steps nach hinten auf die 31. Relativ stabil halten sich Unilever auf Position 37 und Pepsi auf 44. Ikea hat auch beim technisch orientierten Nachwuchs leicht verloren und landet an 45ster Stelle.

Insbesondere in Deutschland hat die FMCG-Branche offenbar Nachholbedarf dabei, sich als interessanter Arbeitgeber bei der begehrten Klientel der Ingenieure und IT-Spezialisten darzustellen. Die erreichten Werte bleiben hierzulande deutlich hinter den internationalen zurück.

Nestlé schafft es immerhin auf Position 42, während Unilever (56), Procter & Gamble (70) und Johnson & Johnson (89) ihre Employer Brand bei der Zielgruppe nicht mehr unter die Top 50 hieven konnten.

Nestlé-Personalchef Peter Hadasch ist sich der Problematik durchaus bewusst. "Viele ITler haben uns als Arbeitgeber bisher nicht auf dem Schirm", sagte er vor einiger Zeit im Interview mit der LZ. "Auch für Ingenieure müssen wir sichtbarer werden."

 

 

 

 

 

 

 

(sb)

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