Arbeitgeber-Image Studenten wollen nicht in den Handel

von Redaktion LZ
Freitag, 11. September 2015
Zielgruppe hautnah: Der LZ Karrieretag lockt brancheninteressierte Einsteiger.
Thomas Fedra
Zielgruppe hautnah: Der LZ Karrieretag lockt brancheninteressierte Einsteiger.
Gerade 2,8 Prozent künftiger Hochschulabsolventen streben eine Karriere im Groß- oder Einzelhandel an. Im Branchenvergleich schafft es der Handel auf Platz 17. Das zeigt die Studienreihe "Fachkraft 2020".
Der Beschäftigungsriese Handel schafft es trotz vielfältiger Bemühungen, das Image als Arbeitgeber zu verbessern, offenbar noch nicht, den akademischen Nachwuchs für sich zu begeistern. Nur 2,8 Prozent der Absolventen planen eine berufliche Laufbahn in der Branche.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Studenten-Jobvermittlung Studitemps und der Maastricht University, für die 20.000 Studenten befragt wurden. Der Handel erreicht damit den 17. Platz beim Vergleich von 24 Branchen.

Als wesentlichen Grund für das schlechte Abschneiden zieht die Untersuchung die geringe Erwartung des Nachwuchses an die zukünftige Jobzufriedenheit im Handel heran. Bei diesem Punkt schafft der Handel es nur auf Platz 22. Hinzu kommt die Sorge um Arbeitslosigkeit, die der Studie zufolge hier ebenfalls größer ist als in anderen Wirtschaftszweigen.

Lieber Mode als Lebensmittel

Der Gehaltsanspruch von Studenten an Unternehmen im Groß- und Einzelhandel bewegt sich mit durchschnittlich 40.500 Euro pro Jahr (brutto) im Mittelfeld des Branchenrankings.

Bei denen, die gerne im Handel arbeiten möchten, stehen Modefilialisten wie Peek&Cloppenburg, Zara und H&M im Ranking deutlich vor den Lebensmittelfilialisten. Aldi Nord und Süd sind für 6,5 Prozent der brancheninteressierten Studenten die Wunschadresse. Gemeinsam erreichen sie Platz 6. Rewe folgt auf Rang 7, Metro auf 9 und Edeka auf Position 10.

Die künftigen Bewerber für den Handel sind überdurchschnittlich jung: Von denen, die bereits nach dem Bachelor-Abschluss in die Praxis einsteigen wollen, erreicht die Branche den dritten Platz hinter Tourismus und Messewesen. "In der Zielgruppe der etwa 23-Jährigen scheint die Handelsbranche hohes Potenzial zu haben, um die Fach- und Führungskräfte zu gewinnen", lautet das Fazit der Studienmacher.sb/lz 37-15

 

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