Manager mögen Mittelständler

von Redaktion LZ
Freitag, 12. August 2011
Welche Ebenen sind in Ihrem Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen?
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Welche Ebenen sind in Ihrem Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen?
LZnet. Ob Betriebsklima oder Arbeitszeit – die Rahmenbedingungen werden bei der Jobwahl immer wichtiger. Ein Trend, der sich auch im Lebensmittelbereich bestätigt.
Welche Ebenen sind in Ihrem Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen?

Was genau erwarten Arbeitgeber und potenzielle Kandidaten für Führungspositionen eigentlich voneinander? Dieser Frage ist die Fachhochschule Erfurt in einer branchenspezifischen Analyse jetzt auf den Grund gegangen. Dabei stellte sich heraus, dass drei Viertel der Interessenten sich für kleine und mittelständische Unternehmen als Arbeitgeber erwärmen.

"Dieses erstaunliche Ergebnis hätte ich nicht erwartet", kommentiert Carl Christian Müller. Der langjährige Markenartikelmanager ist Gründer der Topos Personalberatung Nürnberg, die sich auf die Vermittlung von Führungskräften innerhalb der Foodbranche spezialisiert hat und auf deren Initiative die Studie durchgeführt wurde.

Kurze Wege, flache Hierarchien

Kurze Entscheidungswege, flache Hierarchien und die Möglichkeit, rasch Verantwortung zu übernehmen, seien die Faktoren, "die kleine Unternehmen besonders attraktiv machen", so Müller. Zudem traue man ihnen offensichtlich auch eine gute Unternehmenkultur und ein angenehmes Betriebsklima zu: Für 91 Prozent der Kandidaten sind dies wichtige Anreize bei der Wahl des Brötchengebers, gefolgt von Führungsverantwortung (75 Prozent), einer angemessenen Vergütung (66) und Aufstiegschancen (57).

Den idealen Bewerber beschreiben Unternehmen als zielorientiert, analytisch denkend, engagiert und kompetent. Fremdsprachenkenntnisse oder Auslandserfahrung dagegen spielen keine herausragende Rolle. Kein Wunder, denn internationale Projekte werden kaum (16 Prozent) an zukünftige Führungskräfte übertragen. Ein Detail, dass Müller "angesichts der starken Exportorientierung der deutschen Lebensmittelindustrie überrascht hat".

Welche Erwartungen setzen Sie in potenzielle Kandidaten für eine Führungsposition?
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Welche Erwartungen setzen Sie in potenzielle Kandidaten für eine Führungsposition?

Andererseits bekunden 45 Prozent der möglichen Bewerber Interesse daran. Ein ähnliches Missverhältnis zeigt sich auch bei nationalen Projekten: 68 Prozent der Bewerber sehen sie als Betätigungsfeld, doch nur 25 Prozent der Arbeitgeber bieten sie an.

Bewerber wollen Projekte leiten

Entgegengesetzt stellt sich die Lage bei der "Assistenz der Geschäftsleitung" dar. Die Funktion wird von 55 Prozent der Unternehmen gesucht, 12 Prozent der potenziellen Führungskräfte sind darauf aus. Lediglich bei Abteilungsleitern und Teamleitern ist das Verhältnis von Angebot (80 Prozent) und Nachfrage (89) ausgewogen.

Welche Erwartungen haben Sie als Bewerber auf eine Führungsposition an ein potenzielles Unternehmen
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Welche Erwartungen haben Sie als Bewerber auf eine Führungsposition an ein potenzielles Unternehmen

Insgesamt wollen in den nächsten ein bis drei Jahren rund zwei Drittel der befragten Unternehmen Führungskräfte für sich gewinnen. Vom Fachkräftemangel sehen sich 55 Prozent bedroht, vor allem in Produktion und Technik. Ein Grund zu handeln, findet Personalberater Müller: "Es ist Zeit, sich für qualifizierte Kandidaten interessant zu machen."

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