Qualifizierung von Führungskräften im Fokus

von Judit Hillemeyer
Freitag, 22. Juli 2005
Der Personalentwickler in Unternehmen sieht sich vor allem als Spezialist und Umsetzer von Mitarbeiterentwicklungsinstrumenten. Künftig wird dieses Funktionsverständnis jedoch leicht abnehmen. So jedenfalls lautet das Ergebnis einer Umfrage des Trainingsinstitutes Eckardt & Koop.-Partner.



Die Untersuchung ermittelt das Selbstverständnis von Personalabteilungen in Unternehmen und deren Organisationsstruktur. Demnach sind bei den meisten der Befragten (64 Prozent) die PE-Abteilungen in die Personalabteilung integriert.

21 Prozent agieren als eigenständiger Bereich und 14 Prozent sind in anderer Kombination, zum Beispiel in der Organisationsentwicklung oder in das Qualitätsmanagement integriert.

Kurse und Schulungen

Für ihre wichtigste Funktion halten die Befragten derzeit die Entwicklung und Umsetzung von PE-Instrumenten (fast 79 Prozent), gefolgt von Kurs- und Schulungsorganisation (46 Prozent) sowie Beratung, Coaching und Supervision (39 Prozent). Doch das wird sich nach ihrer Meinung künftig ändern.

Erstere Aufgabe bleibt zwar am wichtigsten, rutscht aber auf 64 Prozent ab. Dafür nimmt die Bedeutung des Personalentwicklers als Coach und Superviser (53,6 Prozent) oder als innovativer Begleiter (42,9 Prozent) rapide zu. Weit weniger Stellenwert als heute wird auch die Organisation von Schulung und Weiterbildung genießen.

Coaching ist gefragt

Der thematische Schwerpunkt in der Personalentwicklung ist nach wie vor die Führungskräfteentwicklung. Sie spielt gegenwärtig mit 75 Prozent die Hauptrolle, gefolgt von der des Nachwuchses (71 Prozent).

Diese Aufgaben werden auch in Zukunft als die wichtigsten der PE-Abteilungen angesehen, wenn auch nicht mehr in dem ganz hohen Maße, heißt es in der Untersuchung.

An dritter Stelle stehen heute mit jeweils knapp 43 Prozent Projektmanagement, Coaching sowie Potenzialanalyse und Laufbahnentwicklung - letztere Punkte mit stetig steigender Tendenz, was die wesentlichen Aufgaben von morgen angeht.

"Die Personalentwicklungsabteilung sieht sich mehr und mehr in der Funktion eines Dienstleisters, der künftig zunehmend an seiner Leistung gemessen werden wird", sagt Thomas Eckhardt von dem gleichnamigen Trainings-Institut. Wo sich heute noch der Kurs- und Schulungsorganisator befindet, stehe in Zukunft der Personalentwickler als innovativer Begleiter, als Berater und Coach. Dabei werde die Funktion als Initiator von Lernprozessen immer bedeutender.

Was das Projektmanagement angeht, so legen die Befragten den Schwerpunkt bei der Vorbereitung von Projekten eindeutig auf die Zusammenarbeit mit Personen der Geschäftsleitung oder anderen Führungsebenen mit einem Anteil von fast 61 Prozent.

Zeit und Geld

Zu den wesentlichen Hindernissen bei der Verwirklichung von Projekten zählen die Befragten Geld und Zeit. Rund 82 Prozent sehen finanzielle Probleme als großen Hemmschuh ihrer Arbeit. Fast 40 Prozent nennen den Faktor Zeit und knapp 56 Prozent benennen das Management. Als die geringsten Probleme gelten ständige interne Berater (ca. 11 Prozent) und mangelnde Klarheit (14,3 Prozent).

So lässt sich Fazit ziehen: Wohl verliert das Thema Projektarbeit leicht an Bedeutung in den PE-Abteilungen, nicht aber die Potenzialanalyse und Laufbahnplanung. Sie ist im Laufe der Zeit stetig wichtiger geworden.

(juh)

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats