Wissensmanagement richtig koordinieren

von Judit Hillemeyer
Freitag, 25. August 2006
Die Führungskräfte in Deutschland sehen bei der Qualifikation ihrer Mitarbeiter Verbesserungspotenzial. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Accenture.



Ein Großteil der befragten Geschäftsführer beklagt, es mangele den Mitarbeitern in ihren Unternehmen an der Fähigkeit, das Unternehmen weiter nach vorne zu bringen. Diese Kritik zieht sich durch sämtliche Hierarchieebenen und Abteilungen.

Das fand der Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture im Rahmen seiner aktuellen "High Performance Workforce"-Studie heraus. Lediglich 14 Prozent der 250 befragten Geschäftsführer waren davon überzeugt, dass ihre Mitarbeiter zu den Führenden des jeweiligen Industriezweiges zählen. Nur 20 Prozent bestätigen, dass ihre Angestellten die Unternehmensstrategie kennen.

Ursache für diese negative Beurteilung des eigenen Personals seien unzureichende Human Resources (HR)-Strukturen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Nur jeder Zehnte war mit den Ergebnissen, die in der Personalabteilung erzielt wurden, zufrieden.

Ähnlich fiel die Bewertung der Trainingsinitiativen aus. Diese befanden nur 11 Prozent (Deutschland 8 Prozent) als optimal.

Ein Grund für diese Einschätzung ist laut Studie mangelnder Praxisbezug. Nur 38 Prozent der deutschen Geschäftsführer haben bestätigt, dass die existierenden Personal- und Trainingsangebote mit den Anforderungen der jeweiligen Stelle harmonieren und somit dem Unternehmen zu Gute kommen.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass acht von zehn deutschen Unternehmen den Zusammenhang zwischen durchgeführten Trainings und Veränderungen des Betriebsergebnisses bisher unberücksichtigt gelassen haben.

Im internationalen Vergleich vernachlässigen diese Tatsache 50 Prozent der befragten Unternehmen. 40 Prozent der in Deutschland Befragten sehen künftig die Koordinierung des Wissensmanagements innerhalb ihres Unternehmens als eine der zentralen Aufgaben an.

Nahezu jeder Achte (78 Prozent) der befragten deutschen Führungskräfte geht davon aus, dass sein Unternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre - als Folge der kontinuierlich sinkenden Geburtsraten - den Einfluss der älter werdenden Mitarbeiter spüren wird.

Im internationalen Vergleich fürchten diese Entwicklung 60 Prozent der befragten Geschäftsführer. In Deutschland merken bereits heute 26 Prozent der Befragten die Auswirkungen des demographischen Wandels in ihrem Unternehmen.

Laut Studie ist insgesamt nur eine geringe Anzahl an Vorgesetzten bei Personalmanagement-Initiativen engagiert. Dies gilt vor allem für die Abteilungsleiter der erfolgskritischen Bereiche Kundenservice (29 Prozent), Finanzen (31 Prozent), Verkauf (34 Prozent) und strategische Planung (37 Prozent). (juh)

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