Studienauswertung für die LZ Positive Marktlage für Interim Management

von Silke Biester
Freitag, 11. März 2016
Eine Sonderauswertung zum Einsatz von Interim Management in der Lebensmittelwirtschaft - Quelle: Ludwig Heuse GmbH
LZ-Grafik
Eine Sonderauswertung zum Einsatz von Interim Management in der Lebensmittelwirtschaft - Quelle: Ludwig Heuse GmbH
Krisensituationen, Restrukturierung und die Überbrückung von Vakanzen sind die Hauptgründe für den Einsatz von Interim Managern in der Lebensmittelindustrie. Eine Sonderauswertung der Studie "Interim Management in Deutschland" für die LZ zeigt den speziellen Bedarf in der Branche.

"Schnelligkeit ist die Stärke des Interim Managements", ist Ludwig Heuse, Geschäftsführer des gleichnamigen Providers, überzeugt und bezieht sich sowohl auf die Vermittlung als auch auf die Arbeit im Unternehmen: Innerhalb weniger Stunden sei es möglich, einem Unternehmen eine erste Auswahl infrage kommender Manager anzubieten. Und innerhalb weniger Tage gebe es bereits persönliche Gespräche. "Die Kandidaten sind sofort verfügbar und bringen ohne Verzögerung ihre PS auf die Straße", bekräftig er.

Die aktuelle Studie liefert entsprechende Fakten: Nach zehn Arbeitstagen können bereits 54 Prozent einen soliden Statusbericht über die Situation im Unternehmen vorlegen. Nach 30 Tagen haben 78 Prozent "die relevanten Themen unter Kontrolle". Und nach 40 Projekttagen signalisieren auch die Kunden zu 81 Prozent, dass man die "Risiken im Griff" habe. "Eine Schonfrist von 100 Tagen – wie oftmals üblich – benötigt ein Interim Manager nicht", stellt Heuse klar.

In der Ernährungswirtschaft wurden Interim Manager im vergangenen Jahr zu 31 Prozent für Sanierungs- oder Restrukturierungsprojekte ins Unternehmen geholt oder um eine Krise zu meistern. Insbesondere in solchen Fällen, sei es wichtig, nicht viel Zeit verstreichen zu lassen. Ein unverstellter Blick von außen sei dabei oftmals förderlich. Ebenfalls in 31 Prozent der Projekte im Nahrungsmittelbereich ging es darum, eine Vakanz zu überbrücken.

"Durch die vorübergehende Besetzung hat das Unternehmen Luft, in aller Ruhe nach einer dauerhaften Lösung zu suchen, ohne dass etwas anbrennt", erläutert Heuse. Diese Bedarfssituationen treffen in anderen Branchen nur zu 22 beziehungsweise 20 Prozent zu.

Marketing-Know-how gefragt

Eine spezifische Lage zeigt sich auch bei den bereitgestellten Qualifikationen: Marketing-Know-how ist im Foodbereich ausgesprochen häufig gesucht (17 Prozent), während dies in anderen Wirtschaftszweigen nur in weniger als 5 Prozent relevant ist. Ähnlich sieht es beim Produktionswissen aus: 16 gegenüber 8,8 Prozent.

Demgegenüber zeigt sich im Gesamtmarkt ein deutlicher Anstieg bei der Suche nach IT-Experten (9,3 Prozent), während diese im Lebensmittelsektor nur 2 Prozent der Interim-Einsätze ausmachen. Häufig gesucht werden aktuell auch Controller und Vertriebsprofis ( je 15 Prozent).

Mehr als die Hälfte der befristeten Einsätze dauern maximal ein halbes Jahr, 22 Prozent dauern sechs bis zwölf Monate und ein Viertel der Interim Manager sind länger als ein Jahr im gleichen Unternehmen tätig. Ein Drittel von ihnen (36 Prozent) trägt während des jeweiligen Zeitraums Gesamtverantwortung auf der ersten Top-Management-Ebene, weitere 44 Prozent bewegen sich auf der Entscheiderebene darunter.

Zeitlich begrenzter Einsatz als Vorteil

Jede fünfte Zusammenarbeit bezieht sich auf Projekte mit speziellen Aufgaben und Zielen, die nicht unbedingt in das übliche Hierarchiegefüge eingepasst wurden. Heuse betrachtet den zeitlich begrenzten Einsatz durchaus als Vorteil bezüglich der Entscheidungsqualität: "Ein Interim Manager kann sich unabhängig auf sein klar definiertes Projekt konzentrieren und muss innerhalb des Unternehmens nicht politisch agieren."

Knapp 1.000 Interims haben an der Studie teilgenommen und aus rund 800 Projekten berichtet, 60 davon aus dem Food-Bereich. Die Befragten betrachten die Marktlage optimistisch (Schulnote 2,2). Jeder von ihnen erhält fast vier ernsthafte Anfragen im Jahr und einen Tagessatz von durchschnittlich 964 Euro.

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