Süßenwarenindustrie will Prersonalkosten senken

von Judit Hillemeyer
Freitag, 26. Januar 2007
Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) hat den Manteltarifvertrag (MTV) für die alten Bundesländer zum 31. Januar 2007 gekündigt. So etwas habe in der langen Tarifgeschichte der Süßwarenindustrie noch nie gegeben, heißt es in einer Mitteilung der NGG. Dies könne nur bedeuten, dass die Arbeitgeber tief greifende Verschlechterungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchsetzen wollen.



Der Bundesverband bestätigte die Kündigung. "Ziel ist, eine signifikante Kostensenkung zu erreichen. Die Unternehmen brauchen sie", sagte der BDSI-Geschäftsführer, Klaus Dörflinger, in einer dpa-Meldung.

In der Aachener Region sind acht Betriebe mit rund 4.500 Beschäftigten direkt oder indirekt betroffen. Branchenführer in der Region mit fast 1.800 Beschäftigten ist Lindt & Sprüngli in Aachen.

In den Unternehmen Lambertz (Aachen), Kinkartz (Würselen), BAWAG (Eschweiler), Rosen Eiskrem (Heinsberg), Otten (Erkelenz) und Eismann (Düren) arbeiten mehrere hundert Menschen, die sich um ihre Arbeitsbedingungen sorgen müssen.

"Die Beschäftigten werden es sicher nicht hinnehmen, dass ihre vergleichsweise niedrigen Einkommen noch abgesenkt werden. Im Gegenteil wird erwartet, dass 2007 diese angemessen erhöht werden, damit die Beschäftigten sich die Qualitätsprodukte der Branche überhaupt noch leisten können", so Peter Mogga, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), in Aachen.

Es gibt noch keinen Verhandlungstermin. Nach Angaben des BDSI sei die Gewerkschaft jetzt am Zug. "Wir drängen auf ein Gespräch", sagte Dörflinger. (juh)

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