"In zehn Jahren ist der Mangel massiv"

von Redaktion LZ
Freitag, 03. Mai 2013
Die private Wirtschaftshochschule ISM hat Standorte in Dortmund, Frankfurt, München und Hamburg.
ISM
Die private Wirtschaftshochschule ISM hat Standorte in Dortmund, Frankfurt, München und Hamburg.
LZnet. Wie sich die Wirtschaft für demografischen Wandel und Fachkräftemangel rüstet, war Thema eines Symposiums an der International School of Management (ISM) in Dortmund. FMCG-Manager warben für die Karrierechancen in ihren Unternehmen.
"Fortsetzung", der Begriff reißt keinen vom Hocker. Das wussten schon die Macher des düsteren Science-Fiktion-Spektakels "Matrix" und tauften Teil 2 ihres Epos’ "Reloaded". Nicht weniger trist erscheint manchem Personaler die Zukunft, wenn sie an den dramatischen Mangel an Fachkräften denken, der im Zuge des demografischen Wandels auf sie zukommt. "War for Talents Reloaded" lautete denn auch der Titel des diesjährigen Symposiums an der ISM, bei dem sich Experten aus der Wissenschaft, Manager und Studenten austauschten.

Professor Bert Rürup warnt in seinem Eröffnungsvortrag vor Panik. Noch sei der Fachkräftemangel vielerorts eher "ein rhetorisches Problem", so das ISM-Kuratoriumsmitglied. In zehn Jahren jedoch werde sich die Situation verschärfen. "Dann müssen wir mit massiven Engpässen rechnen", prognostiziert der ehemalige Wirtschaftweise.

Den heutigen Studenten macht er Mut für ihre berufliche Laufbahn. Denn die gegenwärtige demografische Großwetterlage führe tendenziell zu Vollbeschäftigung, so dass gerade Hochqualifizierte beste Aussichten auf dem Arbeitsmarkt hätten. Rürup: "Sie können sich Ihre Arbeitgeber aussuchen."

Studenten können heute wählerisch sein

Für die Unternehmen bedeutet das: Sie müssen ihre Anstrengungen verstärken, um als attraktive Jobadressen, als "Employer of Choice", bei der Zielgruppe wahrgenommen zu werden. Drei Vertreter der Konsumgüterindustrie präsentieren ihre Arbeitgeberqualitäten auf dem Forum.

Mondelez, ehemals Kraft Foods, nutzt die Gelegenheit, den soeben mit neuem Namen versehenen Markenartikelhersteller bekanntzumachen. Die beiden Referenten schildern, wie es sich dort arbeiten lässt, und spielen dabei auf ein Zitat von CEO Ireen Rosenfeld an, die das Unternehmen unlängst als "größtes Start-up der Welt" bezeichnete.

Die Zigarettenindustrie hat es im Wettbewerb um Einsteiger nicht leicht. Umso mehr freut sich British American Tobacco (BAT) über die Auszeichnung als "Top-Arbeitgeber Deutschland" vom CRF-Institute. Talent-Managerin Sunnhild Holsten präsentiert die Karrierewege bei BAT.

Konsumgüterindustrie wirbt um Absolventen

Rolf Sigmund, Geschäftsführer L’Oréal, rührt die Werbetrommel für die Luxusgüterbranche. Eigentlich kann sich der Kosmetikriese über mangelndes Interesse beim Nachwuchs nicht beklagen, doch sind dies in der Mehrzahl Frauen. Deshalb spricht Sigmund gezielt die männlichen Zuhörer an: "Luxus ist eine tolle Branche für Männer." Vorausgesetzt, sie verfügen über "ästhetische Intelligenz" und lieben die Arbeit am Detail. Grundsätzlich wünsche sich L’Oréal Mitarbeiter, die unternehmerische Freiheiten schätzen und Freiräume zu nutzen wissen. "Wer das nicht kann, ist bei uns am falschen Platz."

Drängendes Thema Praktikum

Die Fragen der studentischen Teilnehmer drehen sich vor allem um das Thema Praktikum. Die Umstellung auf Bachelor- und Masterprogramme hat dazu geführt, dass die Zeit dafür knapper wurde. Gefragt sind kürzere Einsätze von etwa drei Monaten. Denn die Studenten haben mit der Integration von Praxiserfahrung zu kämpfen. Für den Nachwuchs heißt es: Bologna reloaded.

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