Personal prägt Profil

von Redaktion LZ
Freitag, 05. November 2010
Lehrreich: Textiliten geben Einblicke in ihre HR-Strategien.
Thomas Fedra
Lehrreich: Textiliten geben Einblicke in ihre HR-Strategien.
LZnet. Bindungsstrategien und Employer Branding beschäftigten die Teilnehmer der zweiten TW-Konferenz Personalmanagement.
"In Zukunft macht vielleicht der menschliche Faktor den Unterschied aus", begründete Jürgen Müller, Chefredakteur des Fachblatts TextilWirtschaft, das wie die LZ im Deutschen Fachverlag erscheint, die "hohe Relevanz" des Themas. Denn gerade im Handel prägt das Personal das Profil.

Der Fachkräftemangel stellt auch das Modebusiness vor große Herausforderungen. Viele Firmen feilen verstärkt an ihrer Arbeitgebermarke. Laut einer aktuellen Studie der Branchenzeitung arbeitet der Nachwuchs zwar mit Leidenschaft, doch es herrscht Unzufriedenheit in Sachen Gehalt und Karriereplanung.

Arbeitgeber feilen am Image

"Die Wechselbereitschaft ist momentan groß", führte Bettina Maurer, HR-Expertin der TW, ein Ergebnis der Befragung an. "Wer jetzt in Bindungsstrategien investiert, liegt richtig."

Prof. Dr. Armin Trost von der Hochschule Furtwangen zeigte "moderne Wege, um Fachkräfte zu gewinnen" auf. So werde die Website noch zu wenig genutzt, um sich unverwechselbar zu machen, meint der Wissenschaftler.

"Die jüngere Generation will wissen, wie der künftige Arbeitgeber tickt und wie seine Jobs aussehen." Und zwar möglichst konkret. Unternehmen könnten es sich zudem nicht mehr leisten, soziale Netzwerke zu ignorieren. "Sie haben es nicht mehr unter Kontrolle, was über sie veröffentlicht wird."

Soziale Netze werden wichtiger

Umso wichtiger werde das eigene Agieren in virtuellen Welten. Mit dem Mangel an qualifiziertem Nachwuchs werden sich Bewerbungsrituale gründlich ändern, prophezeit Trost. Studenten wollten den üblichen Hürdenlauf nicht mehr auf sich nehmen, "wenn sie schon zu Beginn das Gefühl haben, dass sie nicht der Zehnkämpfer sind, der gesucht wird". Sie bevorzugen das persönliche Gespräch.

Das bestätigte Angela Gallenz, Personalleiterin von Hennes & Mauritz, einem der expansivsten Textilunternehmen. Der Modeanbieter hat in Deutschland einen hohen Personalbedarf. Ganz bewusst öffnet er sich Absolventen anderer Studienrichtungen, seien es Psychologen oder Architekten, sofern sie Mode-affin sind.

In der TW-Befragung schnitt Adidas gut ab. Das freut Matthias Malessa, Leiter Human Resources. Auch weltweit belegt der Sportartikelhersteller mit Platz 24 einen sehr guten Rang. Er profitiert vom positiven Image des Sports und seiner Leistungsträger.

Adidas pflegt den Talentpool

Der Manager legt Wert darauf, den internen Talentpool gut zu pflegen. "Wir wollen auch für Mitarbeiter attraktiv sein, die bereits bei uns sind." Das betonten auch Jasmin Ukpabia, Personalleiterin von Zara, und Dr. Gabriele Godl, Mitglied der Geschäftsleitung bei Konen. Sie veranschaulichten, wie man einen Wandel der Unternehmenskultur herbeiführt.

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