Nachwuchsförderung ist Chefsache

von Judit Hillemeyer
Freitag, 14. März 2008
Jede zweite Top-Führungskraft geht davon aus, dass die Leistung ihres Unternehmens darunter leidet, dass Positionen nicht mit den richtigen Mitarbeitern besetzt werden können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von DDI und Economist Intelligence Unit.

Talentmanagement hat zwar in den Unternehmen höchste Priorität, die Umsetzung dieser Strategie entspricht jedoch oft nicht den reellen Bedürfnissen der Firmen. 85 Prozent der befragten Top-Führungskräfte gaben an, dass Talentmanagement genauso wichtig oder sogar wichtiger sei als andere strategische Aufgaben.

Sie halten es für fast unmöglich, Geschäftsstrategien umzusetzen, wenn wichtige Positionen nicht mit den richtigen Mitarbeitern besetzt sind. Dennoch investieren nur zwei von zehn Führungskräften regelmäßig Zeit in die Nachwuchsförderung und nur eine von zehn bespricht das Thema regelmäßig in Gremien.

Talentmanagement erfordert persönliches Engagement. Viele der Executives hätten nicht die Fähigkeiten und Erfahrungen, um Talentmanagement voranzutreiben, so Elmar Kronz, Geschäftsführer der HR-Beratung DDI in Düsseldorf. Für ihn "ist es verwunderlich, dass die meisten Führungskräfte die Verantwortung dafür abgeben", obwohl sie sich der Brisanz und der enormen Bedeutung für den Geschäftserfolg bewusst seien. Die meisten scheiterten einfach an der Praxis. Die wenigsten Führungskräfte seien aktiv in diesen Prozess involviert oder leiten dazu an.

Die Hälfte der Befragten räumte ein, dass die Qualität der Entwicklungsmaßnahmen ihrer Unternehmen unterdurchschnittlich ist. Für einige heißt das, falsche Entscheidungen bei Beförderungen, andere wiederum können Schlüsselpositionen nicht intern besetzen.

Im Rahmen der Untersuchung "Growing Global Executive Talent: High Priority, Little Progress" wurden 412 Top-Führungskräfte aus Europa, Nordamerika, Asien und Australien befragt. (juh)

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