Pack Ideen in den Tank und gib Vollgas

von Judit Hillemeyer
Freitag, 30. September 2005
Think Tank, so bezeichnet man Ideenschmieden im Silicon Valley oder in Start-up-Unternehmen. Der Frankfurter Unternehmensberater Sven Poguntke gibt Anregungen, wie diese Methode auch von der Konsumgüterbranche genutzt werden können, auf der Suche nach Neuproduktentwicklungen.



Eine wichtige Regel bei einem Think Tank besteht darin, die Ideenauswahl strikt von der Ideenbewertung zu trennen, so Sven Poguntke, von Business Development Consultants. Bei einer eintägigen Veranstaltung steht die Ideengenerierung im Vordergrund. Bewertung und Auswahl finden zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Die Gedanken sind frei

An dem Think Tank sollten sich die Teilnehmer funktions- und hierarchieübergreifend zusammensetzen. Auch externe Teilnehmer können daran mitwirken. Eine Geheimhaltungserklärung stellt dabei sicher, dass kein Geistesblitz ausgeplaudert wird oder Ansprüche seitens der externen Teilnehmer geltend gemacht werden können.

Um einen ganzen Tag den Ideenfluss der Teilnehmer am Laufen zu halten, bestehe die Notwendigkeit, das zu bearbeitende Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Als Hilfsmittel dienen Suchfelder wie Produkt- oder Produktunterkategorien, Verzehranlässe, Verbrauchertrends, Zielgruppen oder Verpackungen. Innerhalb eines Suchfeldes wird maximal eine Stunde lang nach Ideen respektive Lösungen gesucht. Für einen eintägigen Think Tank werden etwa sechs bis vierzehn Suchfelder benötigt.

Klarer Zeitrahmen

Die Tagung sollte von einem erfahrenen Moderator gleitet werden. Wie in einem Ping-Pong-Spiel sollen sich die Ideengeber gegenseitig stimulieren. Anspruchsvollere Techniken mit einer hohen Erfolgsquote ermöglichen den Teilnehmern ihre gewohnten Denkbahnen zu verlassen und über Assoziationen aus thematisch anderen Bereichen zu neuen Ideen zu kommen.

Bei Gruppengrößen von 16 Personen biete es sich an, Braingroups einzusetzen. Die Kleingruppen mit jeweils drei bis vier Personen arbeiten in kurzen Zeitrahmen an einer Themenstellung. Durch die Rotation der Personen von Gruppe zu Gruppe entstehen permanent neue Ideen. Am Ende eines solchen eintägigen Think Tanks stünden bis 200 Ideen zur Verfügung.

Die schriftlich fixierten Einfälle selektiert ein kleiner Kreis von Entscheidungsträgern. Anhand von Kriterien wie Machbarkeit, Neuheit, Erfolgswahrscheinlichkeit und Durchsetzbarkeit im Handel sollen sie bewertet werden. Zielsetzung ist es dann, erste Konzepte für die Umsetzung zu erarbeiten. (juh)

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