Gütesiegel für Edeka Wehrmann

von Judit Hillemeyer
Freitag, 05. Februar 2010
Im Wettbewerb um Mitarbeiter setzen viele Unternehmen auf das "Employer Branding". Sie bewerben sich um Gütesiegel und Zertifikate, die sie als Arbeitgeber bewerten. Der Edeka-Einzelhändler Peter Wehrmann erhielt vergangene Woche das Prädikat "Top-Job".


"Uns interessiert, wo wir als Arbeitgeber im Vergleich mit Unternehmen anderer Branchen stehen", so Geschäftsführer Peter Wehrmann gegenüber der LZ. Edeka Wehrmann, Hiddenhausen, zählt zu den besten Arbeitgebern im deutschen Mittelstand. Das ergab ein branchenübergreifendes Untersuchungsverfahren des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen.

Der Einzelhändler überzeugte die Wirtschaftsinitiative Top-Job mit "einem krisenfesten und dementsprechend erfolgreichen Personalmanagement". Bundeswirtschaftsminister a. D. Wolfgang Clement überreichte den Ostwestfalen bei einem Festakt im Landschaftspark Duisburg-Nord das Gütesiegel.

Wehrmann bemüht sich im Zwei-Jahres-Rhythmus um die Auszeichnung, die er jetzt zum drittel Mal erhalten hat. "Das erfüllt mich und meine Mitarbeiter mit Stolz", sagt er. Clement würdigte als Mentor der Mittelstandsinitiative die Verdienste von Edeka Wehrmann in den Bereichen Führung & Vision, Motivation & Dynamik, Kultur & Kommunikation, Mitarbeiterentwicklung & -perspektive, Familienorientierung & Demografie sowie Internes Unternehmertum. Vor allem im Bereich "Mitarbeiterentwicklung und Perspektive" punktete der Einzelhändler. Mit seinen rund 400 Beschäftigten, betreibt der Unternehmer fünf Märkte in Eilshausen, Kirchlengern, Enger, Spenge und Herford.

Wehrmann spielt verschiedene Instrumente des Personalmanagements. Sie alle fördern und fordern die Kommunikation der Mitarbeiter und sie dienen der Motivation. Zur besseren Orientierung von Beschäftigten und Vorgesetzten gibt es regelmäßige Beurteilungsgespräche. Grundlage dafür ist eine "Beurteilungsspinne" mit 17 Kriterien, die beide Seiten unabhängig voneinander ausfüllen und anschließend miteinander vergleichen. Auf dieser Basis werden Ziele, etwa für die Weiterbildung, vereinbart.

Gemeinsam mit Geschäftsführer Wilhelm Bischoff ist Peter Wehrmann die Horizonterweiterung von Auszubildenden wichtig: "Dazu gehen wir in ein Kloster, wo ein Dozent und ein Pater mit unseren Azubis deren Visionen, Ziele, Glaubenssätze und noch vieles mehr diskutieren", berichtet Bischoff. Derzeit bildet das Unternehmen 25 junge Menschen aus.

Klare Ziele haben sämtliche frisch gekürten "Top-Job"-Unternehmen mit dem Gütesiegel. Sie nutzen es für das Personalmarketing. 90 Prozent der ausgezeichneten Firmen planen, in diesem Jahr neue Jobs zu schaffen. Insgesamt vergeben sie knapp 2.400 Stellen, hauptsächlich im Vertrieb (50 Prozent), im kaufmännischen Bereich (43,8 ), im Bereich IT (37,5), in der Produktion (25), in der Forschung und Entwicklung (21,9) sowie im Marketing und in der Öffentlichkeitsarbeit (21,9). In diesem Jahr vergeben die Arbeitgeber insgesamt 469 Ausbildungsplätze. (juh)

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