Die Kür der besten Arbeitgeber

von Judit Hillemeyer
Freitag, 01. Februar 2008
Personalmanagement im Leistungsvergleich: Die 100 besten mittelständischen Arbeitgeber wurden vergangenen Freitag mit dem Top-Job-Gütesiegel ausgezeichnet.



Mittelständische Arbeitgeber können mit einer guten und strategisch zielgerichteten Personalarbeit der Arbeitsmarktentwicklung gelassener entgegensehen als ihre Konkurrenz. Und Unternehmen mit einer strategisch ausgerichteten Personalpolitik erzielen einen vergleichsweise höheren Gewinn.

Das ergab der branchenübergreifende bundesweite Unternehmensvergleich Top Job, in dessen Rahmen bereits im sechsten Jahr die 100 besten Arbeitgeber ermittelt werden. Der Studie liegt ein von der Universität St. Gallen entwickeltes Verfahren zugrunde, das Geschäftskennzahlen sowie die Befragung der Mitarbeiter beziehungsweise der HR- und Geschäftsleitung mit einbezieht.

Auf Basis der wissenschaftlichen Untersuchung wurde am vergangenen Freitag das Elektronikunternehmen Phoenix Contact zum "Arbeitgeber des Jahres" gekürt. Als Lebensmitteleinzelhändler schaffte es Edeka Wehrmann unter die besten 100.

"Künftig wird es darauf ankommen, die besten Nachwuchskräfte zu gewinnen, langfristig zu binden und die Potenziale optimal auszuschöpfen", sagte Prof. Heike Bruch von der Universität St. Gallen in Duisburg. Die besten zehn der Top-Job-Unternehmen können in 95 Prozent der Fälle ihre freien Stellen mit dem jeweiligen Wunschkandidaten besetzen, so das Studienergebnis. Dagegen verlieren 20 Prozent derjenigen, die bei Top Job ausgeschieden sind, den bevorzugten Bewerber an die Konkurrenz.

Die Schweizer Analysten bestätigten auch in diesem Jahr den Trend, dass sich ein strategisch fundiertes Personalmanagement im Unternehmensergebnis niederschlägt. Zwar würden sich die ausgewählten Firmen von den ausgeschiedenen im Umsatzwachstum nicht unterscheiden, "wohl aber haben sie auf der St.-Galler-Skala einen um 7 Prozentpunkte höheren Return-on-Investment und einen ebenso starken Gewinnzuwachs".

Darauf wiederum hätten beispielsweise die Personalführung und -entwicklung sowie die Unternehmenskommunikation einen besonderen Einfluss. Bei 95 Prozent der Top-Unternehmen werden die Personalverantwortlichen in die strategischen Planungsprozesse mit einbezogen. Bei den ausgeschiedenen Firmen sind es nur 61 Prozent.

Mit 56 Prozent sind mit Abstand die meisten Top-Job-Arbeitgeber im Dienstleistungsbereich tätig, gefolgt vom produzierenden Gewerbe (27 Prozent) sowie Finanz- und Versicherungswesen mit je 6 Prozent. Die Unternehmensgröße variiert zwischen 16 und 4.634 Mitarbeitern. Die Auszeichnung soll vor dem Hintergrund der Demoskopie und dem Fachkräftemangel dem Mittelstand ein positives Arbeitgeberimage und damit Wettbewerbsvorteile verschaffen. (juh)

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats