Treffpunkt für Ausbildungsverantwortliche im LEH Zukunft des Lernens im Handel

von Redaktion LZ
Freitag, 05. Mai 2017
Standort Rewe Mitte: Mediadidact bringt Ausbilder des LEH zusammen.
Standort Rewe Mitte: Mediadidact bringt Ausbilder des LEH zusammen.
Der Handel investiert konsequent in Aus- und Weiterbildung. Neue Medien und Lernmethoden spielen eine wachsende Rolle. Wie die Digitalisierung auch die Anforderungen an Ausbilder verändert, diskutierten mehr als 50 Teilnehmer des 35. Berufsbildungs-Forums von Mediadidact.

"Gute Mitarbeiter wachsen nicht auf Bäumen", stellt Peter Agel zum Auftakt des Berufsbildungsforums klar. Der Vertriebsleiter Vollsortiment Rewe Markt begrüßt die Teilnehmer im neuen Verwaltungsgebäude der Rewe Region Mitte und umreißt die aktuellen Herausforderungen: Neue Vertriebsformate, Online-Geschäft und wachsende Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Die großzügigen, modernen Tagungsräume, in die die Region Mitte die Teilnehmer eingeladen hat, zeigen wo die Reise hingeht: Sie bieten reichlich Platz für Schulungen aller Art. Obwohl Rewe wie auch andere Händler kontinuierlich in Weiterbildung per E-Learning investieren, bedeutet dies keineswegs das Ende von Präsenzschulungen.

Die richtige Mischung macht‘s: "Wir sind führend beim Thema Blended Learning", berichtet Rewe-Personalentwickler Dieter Göwel stolz. Für diese Kombination verschiedener Lernmethoden werden alle Azubis mit Tablets ausgestattet. Das erleichtert den Zugang zur digitalen Rewe-Lernwelt und verbindet sie mit ihrem virtuellen Lernbegleiter sowie anderen Azubis. Im Vorfeld von Präsenz-Veranstaltungen können die Trainer über die Lernplattform Aufgaben zur Vorbereitung stellen.

Mit dem Einsatz von neuen Medien in der Ausbildung ändere sich auch der Beruf des Trainers, gibt Lernberaterin Katja Bett von Corporate Learning & Change zu bedenken. Er werde zum Lernbegleiter, der nicht nur im Workshopraum auf Fragen reagieren muss, sondern auch über Social-Media-Tools. Zudem müsse er sich mit neuen Methoden auseinandersetzen: Beispielsweise seien so genannte iBeacons einsetzbar, um App-basierte Lernstationen mitten in den Supermarkt zu holen.

Gastgeber: Peter Agel, Vertriebsleiter Vollsortiment.
Gastgeber: Peter Agel, Vertriebsleiter Vollsortiment.

Digitales Lernen fordert von den Auszubildenden ein hohes Maß an Motivation und Selbstlernkompetenz. Deshalb betont Prof. Thomas Stelzer-Rothe von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Hagen, die Bedeutung der sozialen Einbindung. Für den Lernerfolg sei weniger das jeweilige Medium entscheidend, sondern vielmehr müsse der Sinn dahinter erkannt werden. "Schaffen Sie Angebote, die interessieren", stellt er klar. Erschwert werde die Ausbildungssituation häufig dadurch, dass der "Homo Zappiens" wenig Konzentrationsfähigkeit mitbringt und sich lieber von kurzfristigen Impulsen steuern lässt, als langfristige Ziele zu verfolgen.

Beratende Gespräche, positive Anreize und wertschätzende Auseinandersetzung seien erfolgsentscheidend: "Menschen brauchen Menschen", ist der Lernforscher aller Digitalisierung zum Trotz überzeugt. Denn letztlich seien es "gelingende Beziehungen", die zu Anstrengung und Leistung motivieren.

Safe the Date: Das 36. Berufsbildungsforum von Mediadidact, dem Spezialbereich für Aus- und Weiterbildungsmedien der dfv Mediengruppe, findet am 4. April 2018 statt.

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