Qualifizierte Mitarbeiter werden knapp

von Judit Hillemeyer
Freitag, 04. Januar 2008
Tschechien lockt zwar weiterhin mit niedrigen Personalkosten, allerdings werden qualifizierte Mitarbeiter dort zunehmend knapp. Gut die Hälfte der Unternehmen in Tschechien bezeichnen die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter als "ungenügend", Tendenz steigend.



Das sind Ergebnisse der Vergütungsstudie 2007/2008 "Unternehmen in Tschechien: Mitarbeiter und Leitende Angestellte", durchgeführt von der Managementberatung Kienbaum in Kooperation mit der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer.

Gleichzeitig erwarten die Unternehmen vor Ort einen weiter wachsenden Bedarf an Talenten, so Maria Smid, Projektleiterin der Studie. Demnach rechnen 86 Prozent der firmen mit einer steigenden Nachfrage nach qualifiziertem Personal. Im Rahmen der Erhebung wurden 76 Unternehmen und insgesamt mehr als 15.200 Positionen analysiert.

Trotz eines Gehaltsanstiegs von durchschnittlich 7,7 Prozent im laufenden Jahr bleiben die Personalkosten in Tschechien im Vergleich zu Westeuropa moderat. So verdient ein Geschäftsführer mit 89.600 Euro erheblich weniger als sein deutscher Kollege, der auf Jahresgesamtbezüge in Höhe von durchschnittlich 268.000 Euro kommt.

Dabei weisen die Bezüge in Tschechien eine große Spannbreite auf: Bei Geschäftsführern reicht sie von 360.000 Kronen (knapp 13.700 Euro) bis zu 5,9 Millionen Kronen (223.700 Euro). Führungskräfte verdienen zwischen 6.400 und 185.700 Euro, Fachkräfte zwischen 5.300 und 106.138 Euro.

Allerdings gibt es Schwerpunkte bei der Vergütung: So beziehen drei Viertel der tschechischen Geschäftsführer ein Gehalt zwischen 57.000 und 114.000 Euro, bei den Führungskräften liegt der Schwerpunkt zwischen 9.480 und 56.900 Euro.

Auch in Tschechien ist die erfolgsabhängige Vergütung auf allen Hierarchieebenen auf dem Vormarsch: Für 86 Prozent aller erfassten Positionen (Geschäftsführung 94 Prozent, Führungskräfte 88 Prozent, Fachkräfte 85 Prozent und Facharbeiter/ Einfache Arbeiter 79 Prozent) ist eine variable Vergütung vorgesehen. Die Erfolgsbeteiligung umfasst bei Geschäftsführern durchschnittlich knapp ein Viertel der Gesamtbezüge, bei Führungskräften der ersten und zweiten Ebene liegt der Anteil bei 21 beziehungsweise 23 Prozent.

Als Gestaltungsform der variablen Vergütung dominiert auch in Tschechien die Erfolgsbeteiligung aufgrund einer vertraglich zwingenden Regelung mit einem Anteil von 72 Prozent. Dabei sind Anspruch und Berechnungsgrundlage der variablen Vergütung vertraglich festgelegt.

Die Größe eines Unternehmens gehört auch in Tschechien zu den stärksten Bestimmungsfaktoren der Gehaltshöhe. Je größer das Unternehmen, desto höher die Bezüge - insbesondere bei den Geschäftsführern.

Weibliche Fachkräfte haben in Tschechien in Sachen Bezahlung das Nachsehen. Knapp ein Drittel weniger verdienen sie gegenüber ihren männlichen Kollegen. Aber auch bei den Geschäftsführern fällt der Unterschied erheblich aus: Während eine Geschäftsführerin auf Jahresgesamtbezüge in Höhe von durchschnittlich 65.800 Euro kommt, erhält ihr männlicher Kollege 87.300 Euro.

Dabei sind Frauen in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert. Lediglich 7 Prozent der Geschäftsführerpositionen sind derzeit mit Frauen besetzt. Auf Ebene der Führungskräfte beträgt der Anteil 28 Prozent, bei Fachkräften sogar 51 Prozent.

Detaillierte Angaben über Löhne, Gehälter und Entlohnungsfragen in Tschechien sowie umfangreiches Hintergrundmaterial zur Situation auf dem tschechischen Arbeitsmarkt enthält die Vergütungsstudie 2007/2008 "Unternehmen in Tschechien. Mitarbeiter und Leitende Angestellte." Sie ist zum Preis von 600,00 EUR + MwSt. direkt bei der Managementberatung Kienbaum erhältlich oder hier im Internet. (juh)

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