Personalrekrutierung hat Priorität

von Judit Hillemeyer
Freitag, 15. Mai 2009
Foto: Seminar für ABWL
Foto: Seminar für ABWL
Hochschulen bemühen sich nicht nur um die Ausbildung der Studierenden, sondern auch um Kontakte zu Arbeitgebern. So lädt die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln Studierende zum Karrieretag "Careers in Retailing".





Ein ungewohntes Bild: Gestriegelt und gespornt betraten vergangenen Freitag Studenten das Hörsaalgebäude 105 auf dem Kölner Campus. Ihr Ziel: "Careers in Retailing".

Siebzehn Unternehmen aus dem Groß- und Einzelhandel, der FMCG-Industrie sowie der Beratungsbranche präsentierten sich rund 130 Studierenden am Seminar für Handel und Kundenmanagement.

Sinn und Zweck der Veranstaltung ist die Kontaktanbahnung zwischen Handelsunternehmen als Arbeitgebern und Hochschulabsolventen als potenziellen Arbeitnehmern.

Werner Reinartz
Karrieretag: Werner Reinartz bringt Studierende mit dem handel und der Konsumgüterindustrie zusammen.

Die Veranstaltung wird vom akademischen Nachwuchs ebenso genutzt wie von Matadoren wie Metro, Obi, Toys'R Us, Rewe, Henkel sowie Procter & Gamble. Die jährliche Tagung organisiert Prof. Werner Reinartz. Zwischen den Vortragsblöcken wurden in diesem Jahr großzügige Pausen gesetzt, "damit die Studierenden Gelegenheit haben, einzelne Aussteller zu besuchen, ohne auf Vorträge verzichten zu müssen", sagt Reinartz.

In zahlreichen Vorträgen und auf eigenen Messeständen warben die Unternehmen für sich als Arbeitgeber. Sie schildern Einstiegsmöglichkeiten, Trainee-Programme, Zielpositionen und Karrierewege.

Ein Paradebeispiel einer steilen Handelskarriere präsentierte Aldi Süd. Henning Hutmacher erläuterte auf dem Podium, wie er innerhalb von zehn Jahren den Aufstieg vom Bereichsleiter zum Geschäftsführer der Region Sankt Augustin bei Siegburg schaffte.

Dazwischen legte er einen zweijährigen USA-Aufenthalt ein. Eine solche Karriere entwickelt sich nicht von selbst. Dazu gehört unternehmerisches Denken und der feste Wille "Chef sein zu wollen", unterstreicht Hutmacher.

Chef ist niemand vom ersten Tag an. Für den Berufseinstieg bieten die Arbeitgeber Volontariate oder den Direkteinstieg. Bewerber sollten Praxiserfahrung über Praktika mitbringen, sagt Laura Hartung von Obi. Die ersten Schritte werden im Einzelhandel im Verkauf gemacht.

Das sehen die meisten Trainee-Programme vor. So sitzt bei Aldi Süd der Hochschulabsolvent rund sechs Monate an der Kasse, "um die Nöte und Sorgen der Verkaufsmitarbeiter kennenzulernen", so Hutmacher. Das unterstrich auch Christina Kremer, vom Personalmarketing bei Peek & Cloppenburg, Düsseldorf.

Von den Bewerbern werden ein guter BWL-Abschluss und persönliche Attribute wie Extrovertiertheit, Entscheidungsfreude, das Potenzial für Personalverantwortung sowie analytisches und unternehmerisches Denkvermögen erwartet. Gute Englischkenntnisse und möglichst eine weitere Fremdsprache ist bei fast allen eine Grundvoraussetzung.

"In unserem Traineeship ist ein Auslandsaufenthalt integriert", erläutert Inga Koenen, Unternehmenssprecherin von Lekkerland. "Wer sich bei uns bewirbt, braucht europäische Perspektiven". Internationalität weist auch die Markenartikelindustrie aus: "Ihr werdet bei uns sehr schnell ins Ausland geschickt", sagt Jan Binke von Henkel.

Thematischer Schwerpunkt des Karrieretages war "Der Händler als Marke". Daniela Mündler von der Douglas Group erläuterte, "die DNA ist das unsichtbare Erbgut, das durch Codes und Werte sichtbar gemacht wird". Marcus Haus erläuterte, die Gestaltung der Marke Rewe umfasse Preisstrategien ebenso wie soziales und ökologisches Engagement.

Mit dem Verlauf der Veranstaltung zeigten sich die Beteiligten zufrieden. Reinartz plant, den Karrieretag künftig sowohl inhaltlich als regional auszuweiten. (juh)

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