Unilever-Kollegen specken ab

von Redaktion LZ
Freitag, 16. Juli 2010
LZnet. Eine innovative Gesundheitskampagne soll die Mitarbeiter von Unilever in Großbritannien schlanker und gesünder machen. 2009 fand ein erfolgreicher Pilotversuch statt. Jetzt wird das Projekt in UK und Irland ausgerollt.
"Übergewicht ist hierzulande ein Riesenproblem", sagte Alan Walters, Vice President Human Resources von Unilever in UK und Irland, bei der Präsentation der ersten Ergebnisse in London. 61 Prozent der Erwachsenen bringen zuviel auf die Waage, 24 Prozent davon sind sogar als fettleibig einzustufen.
Bei Unilever mit seinen rund 2.000 Büroangestellten und Fabrikarbeitern in der Zentrale in Leatherhead und Port Sunlight wollte man dagegen ohne Zwang und Vorschriften etwas unternehmen. Stattdessen sollte "Fit Business", so der programmatische Name der Kampagne, mit vielen Hilfestellungen und Informationen "kleine, aber nachhaltige Änderungen im Lebensstil ermöglichen", wie Walters ausführte.

Information statt Vorschriften

Ein zentraler Punkt waren freiwillige Gesundheitschecks, die im Büro oder direkt neben der Produktionslinie stattfanden. In wenigen Minuten konnte man zum Beispiel seinen Blutdruck und Body-Mass-Index ermitteln lassen und erhielt anschließend individuell zugeschnittene Gesundheitstipps. 1.200 Kollegen beteiligten sich – "ein Rekord", wie Walters stolz vermerkt. 750 ließen überdies anhand gesundheitlicher Parameter ihr "Herzalter" bestimmen.

Ernährungsinformationen waren der zweite Baustein. So wird zum Beispiel bei jeder Mahlzeit in der Kantine jetzt der Gehalt an Kalorien, Fett, Zucker und Salz ausgewiesen. Auch zu mehr Sport wollte man die Belegschaft motivieren. Im Headquarter steht Bewegungswilligen ein Fitnessstudio zur Verfügung.

Und schon zum vierten Mal beteiligt sich Unilever an einem Unternehmenswettbewerb, bei dem die Aktivität der Mitarbeiter mithilfe von Schrittzählern bewertet wird. 10.000 Schritte am Tag sind das Ziel. "Wir messen uns dabei untereinander, aber auch mit Konkurrenten wie Procter & Gamble", sagt Walters, der selbst in einem der 35 Teams mitmacht.

Deutlich weniger Übergewicht

Das Zusammenspiel der einzelnen Projektelemente war offensichtlich erfolgreich: So bringen die vormals übergewichtigen oder fettsüchtigen Fabrikarbeiter bei Unilever heute 26 Prozent weniger Gewicht auf die Waage als zu Beginn des zwölfmonatigen Tests. Ihre molligen Kollegen in den Büros verloren 9 Prozent.

Zudem sank der Anteil der Beschäftigten mit "gefährlich hohem Körperfettanteil" – in der Produktion um 13, im Office um 12 Prozent. Ein "überdurchschnittliches" oder "athletisches" Fitnesslevel verzeichnen inzwischen 17 (Fabrik) beziehungsweise 26 Prozent (Büro) der Angestellten mehr.

Krankenstand sinkt überproportional

Auch auf das Essverhalten hat sich das Programm positiv ausgewirkt. 52 Prozent der Fabrik- und 42 Prozent der Office-Beschäftigten geben an, es habe deutlichen Einfluss auf die Qualität ihrer Ernährung. Und während das Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD) für große englische Unternehmen 2009 einen Rückgang des Krankenstands um 9 Prozent ausweist, waren es 17 Prozent weniger in Leatherhead und Port Sunlight.

Mittlerweile hat Unilever die Fit- Business-Kampagne in 13 der insgesamt 17 Standorte in Großbritannien und Irland ausgerollt.

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