Kandidaten müssen sich online bewerben und bewähren

von Judit Hillemeyer
Montag, 28. Juni 2004
Als erstes Großunternehmen ist Unilever mit einem webbasierten Auswahltest gestartet. Das E-Assessment Verfahren "unique.st" wurde vom Hamburger Recrutainment-Spezialisten Cyquest realisiert.



"Unique.st" übernimmt eine elementare Rolle im Auswahlprozess für den zukünftigen Unilever-Führungsnachwuchs und ersetzt die Durchführung eines kognitiven Leistungstests, zu dem die Bewerber bislang in die Unilever-Zentrale nach Hamburg eingeladen wurden. Bewerber durchlaufen fünf Testverfahren.

Nachdem ein Bewerber sich über einen Online-Bewerbungsbogen bei Unilever beworben hat und seine Bewerbung anhand des Lebenslaufs als erfolgsversprechend eingestuft wurde, erhält er eine Einladung.

"Unique.st" umfasst insgesamt fünf Testverfahren, die den Bewerber entlang mehrerer Intelligenzdimensionen testen sowie über die Messung unternehmensspezifischer "weicher Faktoren" feststellen, ob der Bewerber grundsätzlich zu Unilever passt.

Die Testkonstruktion genüge hohen testpsychologischen Anforderungen und erfolgte "in enger Zusammenarbeit unserer Psychologen mit der Personalabteilung von Unilever", so Joachim Diercks, von der Cyquest GmbH. Auf dieser Basis entscheide das System über das Erreichen der nächsten Auswahlstufe.

Einblicke in das Unternehmen

Eine virtuelle Simulation ermöglicht Einblicke in das Unternehmen Unilever. Der Bewerber übernimmt die Rolle eines Unilever-Mitarbeiters im US-Stammwerk der Unilever-Company Ben&Jerry´s und wird mit der Aufgabe betraut, die neue Eissorte "Indian Summer" zu konzipieren.

Mittels eines "einzigartigen Verfahrens", heißt es, wurden reale Bereiche aus dem Werk in fotorealistische virtuelle Räume umgewandelt, durch die der Kandidat wie in einem Computerspiel weitestgehend frei navigieren kann.

Die Testverfahren sind in diese virtualisierten Räume eingebettet, wobei jedem der fünf Unilever-Einstiegsbereiche jeweils ein Testverfahren zugeordnet ist. In jedem Bereich wird der Kandidat durch einen Unilever-Mitarbeiter begrüßt und instruiert.

Von diesen virtuellen Charakteren (reale, ebenfalls fotorealistisch virtualisierte Unilever-Mitarbeiter) erhält der Bewerber Informationen über die Berufsanforderungen in den jeweiligen Unternehmensbereichen.

"Unser Ziel war es, den Auswahlprozess für die Bewerber zu beschleunigen und attraktiver zu machen, die hohen Kosten der Bewerberauswahl signifikant zu senken und gleichzeitig unseren Innovationsanspruch zu untermauern", sagte Dr. Kay Flothow von Unilever Deutschland.

Das System kombiniere effiziente Bewerberselektion mit effektivem Personalmarketing - das Feedback der Teilnehmer und der eigenen Organisation sei überaus positiv. (juh)

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