Verdi beklagt Lehrstellenmangel

von Judit Hillemeyer
Donnerstag, 18. August 2005
"Der Ausbildungsplatzmangel nimmt dramatische Züge an. Wenn trotzdem versucht wird, das Thema im Wahlkampf zu umschiffen, ist das eine Schande", kritisiert der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), Frank Bsirske. Er betonte, dass sich Politik und Wirtschaft nicht aus der Verantwortung stehlen dürften.



Mehr als 70 Prozent der Unternehmen würden keine betrieblichen Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und sich damit auch den Weg zur Nachwuchsförderung verbauen.

Die einzige Möglichkeit, genügend Anreize für die Wirtschaft zu schaffen, jungen Menschen eine Chance zu geben, sei die Umlagfinanzierung. Dabei würden Betriebe, die nicht ausbilden, in einen Topf einzahlen, aus dem ausbildende Betriebe unterstützt werden könnten.

In den vergangenen vier Jahren sei die Ausbildungslücke um über 120.000 auf nunmehr 276.000 gestiegen, wenn man die bei den Bundesagenturen gemeldeten Bewerber den gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätzen gegenüberstelle.

Das zeige deutlich, dass das Versprechen, die Jugendlichen mit einem ausreichenden Ausbildungsplatzangebot zu versorgen, nicht eingelöst werde, betonte Bsirske. Jugendliche, die jetzt noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hätten, würden nun versuchen, in Schulen, Praktika oder Jobs unterzukommen.

Das würde zwar die Statistik schönen, den Jugendlichen jedoch keine wirkliche Alternative bieten. (juh)

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