Industrie zahlt besser

von Judit Hillemeyer
Donnerstag, 05. April 2007
Zu den Spitzenverdienern in der Logistikwirtschaft gehören neben Geschäftsführern (mit rund 109.500 Euro jährlich), IT-Chefs (96.400 Euro) und Vertriebsleiter (91.700 Euro). Bei den reinen Logistikfunktionen liegen Personalverantwortliche aus den Bereichen Einkauf (76.400 Euro), Materialwirtschaft (74.300 Euro) und Kontraktlogistik (68.100 Euro) vorn.



Bei den Funktionen ohne Personalverantwortung werden IT-Verantwortliche mit einem durchschnittlichen Jahresbruttogehalt in Höhe von 61.600 Euro am besten bezahlt. Bei den reinen Logistik-Funktionen liegen Speditionsleiter (rund 47.500 Euro), Mitarbeiter in der Materialwirtschaft (42.000 Euro) sowie im Einkauf (41.800 Euro) vorn.

Am unteren Ende der Gehaltsskala finden sich Funktionen wie Versand (knapp 30.000 Euro), Berufskraftfahrer (26.700 Euro) und Mitarbeiter in der Lagerwirtschaft (25.200 Euro).

Dienstleister zahlen weniger

Zu diesem Ergebnis kommt die Vergütungsstudie "Führungskräfte und Spezialisten in Logistik-Funktionen 2007", der Fachmagazine Logistik Inside, Gefahr/gut und Verkehrs Rundschau, die zusammen mit den Vergütungsberatungsgesellschaften Personalmarkt und Baumgartner & Partner durchgeführt wurde.

"In der Industrie werden deutlich höhere Gehälter gezahlt als bei Logistik-Konzernen", sagt Tim Böger, Geschäftsführer von Personalmarkt und Projektleiter der Studie. Die Gehälter von reinen Logistikfunktionen wie Disposition, Zollwesen, Berufskraftfahrer, Gefahrgutbeauftragter oder Fuhrparkmanager werden laut Studie in der Industrie um durchschnittlich 14,5 Prozent besser entlohnt als bei Logistikunternehmen.

Ein ähnliches Ergebnis zeigt sich bei Logistikfunktionen mit Personalverantwortung: hier liegen allgemeine Funktionen wie Einkauf oder Materialwirtschaft (über 70.000 Euro jährlich) vor reinen Logistikfunktionen wie die des Leiters Zollwesen (64.500 Euro jährlich).

Gehälter werden immer häufiger erfolgsabhängig strukturiert. Bei den Fachkräften ist der Anteil derjenigen, die einen Teil ihres Gehalts erfolgs- oder umsatzabhängig bekommen, allerdings noch recht gering und liegt erst bei 11 Prozent (Logistik) bzw. 14 Prozent (Industrie).

Bei den Führungskräften liegt der variable Anteil an der Vergütung schon deutlich höher: 55 Prozent aller Führungskräfte in der Logistik erhalten variable Bezüge. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 waren es 39 Prozent.

Variable Bestandteile

Führungskräfte in der Logistik erhalten dennoch weniger variable Gehaltsbestandteile als Führungskräfte in anderen Branchen. "Es ist zu erwarten, dass der Anteil der variablen Vergütung am Gesamtgehalt, wie in anderen Branchen auch, auf über 20 Prozent steigt" so Böger.

Die Studie hat die Vergütungsstruktur von 18 Führungsfunktionen sowie 22 Fach- und Spezialistenfunktionen in Industrieunternehmen und Logistik-Dienstleistern untersucht. Differenziert werden sie in Abhängigkeit von Funktion, Unternehmensgröße, Personalverantwortung sowie des Komplexitäts- bzw. Schwierigkeitsgrads.

Die Untersuchung richtet sich an Geschäftsführer, Personalleiter und Personalverantwortliche und kostet 490 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer und Versand). Sie kann per E-Mail: vertriebsservice@springer.com. bestellt werden. (juh)

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