Vion entwickelt Talentpool

von Judit Hillemeyer
Freitag, 13. März 2009
Vion Food Group
Vion Food Group
Der Lebensmittelkonzern Vion hat ein internationales Nachwuchsprogramm entwickelt. Langfristig soll der Talentpool den Führungsnachwuchs aus den eigenen Reihen sichern und gleichzeitig Mitarbeiter verschiedener Standorte miteinander verbinden.



Mit ihrem Förderprogramm "Fit for Future" verknüpft die niederländische Vion Food Group, mit einem Sitz in Düsseldorf, mehrere Aspekte des Personalmanagements: Demografieentwicklung, Nachwuchssicherung, Integration unterschiedlicher Konzernstandorte. "Die demografische Entwicklung ist absehbar", betont Roger Legath, Personalleiter Deutschland bei der Vion GmbH in Düsseldorf. Vor diesem Hintergrund will der Konzern engagierten Mitarbeitern berufliche Perspektiven bieten.

Die Idee dazu entstand 2005. Der Pilot startete ein Jahr später. Im vergangenen Herbst ging die dritte Jahrgangsstaffel an den Start. Die Zusammensetzung der Gruppe ist international. Der Nachwuchs kommt aus Deutschland, Italien, Polen und Großbritannien - wobei die Deutschen die stärkste Gruppe bilden.

Kooperation und Projektarbeit

Das Programm ist für einen Zeitraum von zwölf Monaten konzipiert und gliedert sich in sechs Bausteine à durchschnittlich zwei Tage. Jeder Teilnehmer hospitiert in einer fachfremden Abteilung in einem anderen Unternehmen des Konzerns. Innerhalb der Projektarbeit sollen länderübergreifende Lernpartnerschaften entstehen - zur gegenseitigen Unterstützung.

Gruppenarbeit: In einer Outdoor-Sequenz lernt der Nachwuchs erste Führungsverantwortung zu übernehmen.

Im Mittelpunkt der Fortbildung steht eine breite Seminarpalette, die sich mit verschiedenen Führungs- und Kommunikationstechniken beschäftigt. In einer speziellen Outdoor-Sequenz übernehmen die Kandidaten ihre erste Führungsverantwortung.

"Mit dem Förderprogramm werden die Teilnehmer praktisch und theoretisch mit Hilfe von externen Trainern auf künftige Leitungsaufgaben vorbereitet", erläutert Jenny Grief, zuständig für die Personalentwicklung bei Vion. Der erste Karriereschritt bezieht sich auf die untere Managementebene. Dazu gehören beispielsweise Abteilungs-, Betriebs- und Werksleitung, aber auch kaufmännische Leitungsfunktionen. Die nächste Karrierestufe umfasst weitergehende Managementaufgaben.

Förderung aller Qualifikationen

Der Teilnehmerkreis umspannt unterschiedliche berufliche Qualifikationen aus allen Geschäftsbereichen. Der Fokus liegt nicht nur auf Hochschulabsolventen. "Wir sind ein Konzern mit divergierenden Aufgabenstellungen und wollen in allen Bereichen gut ausgebildete Führungskräfte entwickeln", unterstreicht Legath seine Zielrichtung.

"Durch die gemeinsame Schulung von Nachwuchsmanagern entsteht ein Netzwerk und ein gemeinsames Verständnis von Führungskultur", betont Grief. Voraussetzung für eine Förderung sei eine fachliche, soziale und persönliche Kompetenz sowie gute Fremdsprachenkenntnisse, denn das gesamte Förderprogramm findet auf Englisch statt.

Die Eignung zur Nachwuchsführungskraft empfiehlt der direkte Vorgesetzte unter Einbeziehung des Business-Unit-Managers. Von einem Assessment-Center halten Legath und Grief in diesem Rahmen wenig. Akademiker wären im Vorteil. Der Aufwand sei relativ groß und stehe in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Wichtig sei als Grundvoraussetzung die Bereitschaft der Teilnehmer zur Eigeninitiative, betonen die beiden Personalverantwortlichen.

Rund 16 Teilnehmerplätze stehen pro Jahr zur Verfügung. Begleitet wird das Schulungsprogramm abwechselnd von je zwei Mentoren aus dem Top-Management. Sie sind Ansprechpartner und nutzen die Gelegenheit, den Nachwuchs persönlich in Augenschein zu nehmen.

Bisher durchliefen 34 Männer und Frauen das Programm. Die ersten Erfolge sind messbar: Zehn Teilnehmer haben den nächsten Karriereschritt vollzogen und Führungsaufgaben übernommen. Fünf Kandidaten erwerben derzeit zusätzlich einen MBA und zwei weitere gehen für Vion ins Ausland - nach Frankreich und Italien.

Karriereschritte können nicht immer unmittelbar erfolgen. Innerhalb der Fortbildung könne sich bei manchem Potenzialträger noch Entwicklungsbedarf herausstellen, beispielsweise in Englisch oder Rhetorik. Dafür steht die Vion-Akademie zur Verfügung, die von allen Mitarbeitern genutzt werden kann. (juh)

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