Manager auf Zeit fürs Controlling

von Judit Hillemeyer
Freitag, 08. Oktober 2004
Vita-Nut hat sich bei der Einführung eines modernen Controllings für einen Interimsmanager entschieden. Nach vier Monaten wechselt die neue Aufgabe in die Hände der Buchhaltung.

Das mittelständische Seevetaler Unternehmen Vita-Nut GmbH & Co. KG, Spezialist für Herstellung und Vertrieb von Trockenfrüchten, Müslimischungen und Nüssen, hat ein modernes Controlling eingerichtet.

Vor die Wahl gestellt, eigens einen Controller zu engagieren oder einen Interimsmanager zu verpflichten, fiel die Entscheidung zugunsten eines Managers auf Zeit. "Interimsmanager haben einen entscheidenden Vorteil", begründet Geschäftsführer Patrick Doerks die Wahl: "Als externe Spezialisten können sie leichter Veränderungen durchsetzen, als dies ein interner, mit den Strukturen des Unternehmens verflochtener Mitarbeiter je könnte."

Mit dem Ergebnis zeigt sich Doerks zufrieden: "Unsere Erwartungen wurden erfüllt, das Controlling funktioniert."

Während der Projektphase sollte der Zeit-Manager "ein Teil des Unternehmens, und zwar in hervorgehobener Position" sein. Das gebe ihm Möglichkeiten, seine Ideen durch- und umzusetzen. Nach nur vier Monaten war das Controlling-Projekt abgeschlossen. Die Aufgabe obliegt nun dem Leiter der internen Buchhaltung.

Manager sorgfältig auswählen

Manager auf Zeit könnten für viele Aufgaben die richtige Antwort sein, glaubt Burkhard Jung, Geschäftsführer der Mittelstandsberatung CMS.

Dazu zählt er anstehende Kapazitätserweiterungen, den Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen, die Erschließung neuer Märkte, die Einführung neuer Produkte beziehungsweise neuer Vertriebsschienen oder - wie im Falle Vita-Nut - den Aufbau eines modernen Controllings.

Unabhängig von den Ursachen, warum sich ein Unternehmen für eine Interimslösung entscheidet, sei es jedoch unerlässlich, den Manager sorgfältig auszuwählen.

Um den richtigen Mann oder die entsprechende Frau zu finden, sollten die Anforderungen klar definiert sein. Für Jung braucht eine solche Person "Durchsetzungsvermögen und Analysefähigkeit.

Sie muss sturmerprobt sein und über die Fähigkeit verfügen, sich selbst stets von neuem zu motivieren. Auch Einfühlungsvermögen dürfe nicht fehlen, um das Betriebsklima nicht nachhaltig zu stören.

Überdurchschnittliche betriebswirtschaftliche Kenntnisse seien unabdingbar. Sämtliche Manager-Aufgaben müssen auch gegenüber den Mitarbeitern klar definiert sein, sagt Doerks.

"Zudem muss man ihm die benötigten Ressourcen zu 100 Prozent zur Verfügung stellen." Die volle Integration in Geschäftsabläufe und das EDV-Netzwerk sowie ein eigenes Büro seien unverzichtbar.

Frei handeln können

Vor allem aber müsse er frei denken und handeln können und auch Entscheidungen treffen dürfen - sonst wäre er letztlich nur wieder ein Berater, der frei von Verantwortung Konzepte entwickelt, für die er nicht geradestehen muss.

Natürlich koste eine gute Leistung gutes Geld. Aber ein Manager auf Zeit brauche keinen Dienstwagen, kein großes Büro und verursacht keine Sozialkosten. Wenn er krank oder in Urlaub ist, wird er nicht bezahlt. Abfindungen, Kündigungsfristen oder Fortbildungskosten fallen ebenfalls nicht an. (juh)

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