Viele Vorstände sind frauenfreie Zonen

von Christiane Düthmann
Freitag, 25. Februar 2011
Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen in Deutschland
LZ-Grafik
Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen in Deutschland
Frauen sind in den Führungsgremien börsennotierter Unternehmen in Deutschland nach wie vor eklatant unterrepräsentiert. In den Aufsichtsräten und Vorständen der DAX-, MDAX-, SDAX- und TecDAX-Companies gibt es insgesamt nur 6,5 Prozent Frauen, 10 Prozent in Aufsichtsräten und 3 Prozent in Vorständen.
Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen in Deutschland

Das zeigt der "Women-on-Board-Index" der Initiative "Frauen in die Aufsichtsräte" (Fidar). Zu den Vorreitern zählen GfK, Douglas-Holding und Deutz. Viele andere jedoch seien "noch Lichtjahre von einer angemessenen Vertretung von Frauen in diesen Gremien entfernt". 46 Prozent der 160 Unternehmen hätten weder eine Frau im Vorstand noch im Aufsichtsrat. "Das ist ein Armutszeugnis", urteilt Fidar.

Die Initiative greift mit dem Index die im Deutschen Corporate-Governance-Kodex enthaltene Empfehlung auf, für mehr Vielfalt in Aufsichtsrat und Vorstand zu sorgen. Das Ranking soll ab sofort laufend die Entwicklung hin zu einer stärkeren Präsenz von Frauen in den Topetagen der Wirtschaft offenlegen.

"Wir brauchen diesen öffentlichen Druck, damit sich die Unternehmen endlich bewegen", gibt sich Fidar-Präsidentin Monika Schulz-Strelow kämpferisch. Denn eine Männerquote von 93,5 Prozent in den beiden Spitzengremien sei "nicht mehr hinnehmbar". (cd)

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