Was macht eigentlich . . .

von Martin Mehringer
Freitag, 12. September 2008
Hasso Kaempfe, Foto: LZ
Hasso Kaempfe, Foto: LZ
Etwas sehr Naheliegendes: die Abwechslung genießen. "Das Leben ist im Kopf bunter geworden", sagt der 58-Jährige. Nach langen Jahren bei Tchibo und zuletzt als Jägermeister-Chef hat Kaempfe genug von zeitraubenden Routineprozessen.



Genießer: Der Ex-Jägermeister-Chef Hasso Kaempfe ist zufrieden mit seinem neuen Lebensentwurf und tanzt beruflich jetzt auf mehreren Hochzeiten.

"Ich war einfach reif für etwas Neues", kommentiert der Manager rückblickend sein überraschendes Ausscheiden beim Kräuterlikörhersteller aus Wolfenbüttel im Juni des vergangenen Jahres. Nicht ohne hinterherzuschieben: "Es war eine schöne Zeit." Und erfolgreich war sie - unstrittig. Gerade deshalb wurde ihm damals Sprunghaftigkeit nachgesagt. Kaempfe, der gerne segelt und die Natur liebt, wähnte sich jedoch auf einer Einbahnstraße und suchte nach neuen Reizen.

Die hat er nun in einem wahren Aufgabenmix gefunden. Der gebürtige Osnabrücker leitet an zwei Tagen der Woche das deutsche Markengeschäft der Molkerei Müller, tourt als Senior Adviser für die schwedische PrivateEquity-Firma EQT durch die Lande und sitzt in gleich vier Aufsichts- sowie Beiräten mittelständischer Handels- und Konsumgüterunternehmen.

Daneben steht die Begleitung von zwei Start-ups auf dem Programm. Zudem verdingt sich der in Hamburg aufgewachsene Jurist als Redner. Kaempfe ("Früher habe ich selbst versucht, meine Unternehmen möglichst beraterfrei zu halten.") nennt das humorvoll: "Ich kapitalisiere meine Erfahrungen und genieße mein selbstgewähltes Schicksal."

Sein Büro liegt unweit des Wohnhauses im beschaulichen Liebenburg bei Goslar. Oft dort anzutreffen ist er allerdings nicht. Doch weder der viele Reisestress noch die fehlenden "Machtinsignien" stören Kaempfe nach eigenem Bekunden, wenn er die Provinz unweit der alten Wirkungsstätte hinter sich lassen muss.

Ob er trotzdem seinen neuen Lebensentwurf eines Tages wieder gegen einen Führungsposten eintauschen wird, lässt der Stratege dennoch offen. "Angebote gibt es genug, vorstellen kann ich es mir derzeit allerdings nicht." (mm)

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