SPD plant Rechtsanspruch auf Weiterbildung

von Redaktion LZ
Freitag, 05. Januar 2007
Die SPD plant Zeitungsberichten zufolge einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Weiterbildung für jeden Arbeitnehmer. Dazu soll die Arbeitslosenversicherung in eine "Beschäftigungsversicherung" umgebaut und eine "neue Kultur der Weiterbildung" etabliert werden.



Dies geht aus dem Entwurf des neuen Grundsatzprogramms der SPD hervor, der auf der Klausurtagung des Parteivorstands am 6. und 7. Januar in Bremen beraten werden soll. Sie wolle damit die "Beschäftigungsfähigkeit erhalten" und "Arbeitslosigkeit durch Dequalifizierung" vorbeugen, heißt es in dem Entwurf.

Die Kosten für die Weiterbildung sollen nach SPD-Vorstellungen gedrittelt werden werden. Der Arbeitnehmer investiert Überstunden, die er auf einem Lernzeitkonto anspart. Der Arbeitgeber trägt die Kursgebühren und der Staat sichert die Finanzierung des Lebensunterhaltes. Ältere Arbeitnehmer bislang im Nachteil #/ZT# Den Menschen müsse deutlich gemacht werden, dass Beschäftigungsfähigkeit nötig sei, "um überhaupt in Arbeit zu bleiben", sagte SPD-Präsidiumsmitglied Andrea Nahles der FAZ. Der Aufbau einer Weiterbildungs-Infrastruktur könne eine solche "Grundversorgung" sicherstellen.

Forscher mahnen schon lange, dass Unternehmen vor allem die Qualifizierung von älteren Arbeitnehmern ausbauen müssen. In Deutschland wenden die 55 bis 64-Jährigen pro Jahr 26 Stunden für ihre Weiterbildung auf.

Dies sei deutlich weniger als gleichaltrigen Kollegen in den meisten anderen großen Industriestaaten, wie der Bildungsbericht 2006 der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (Oecd) feststellte. Schuld daran sei nicht mangelnder Fleiß, sondern fehlende Angebote für ältere Arbeitnehmer. (tib)

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