Gelebte Werte bringen Erfolg

von Redaktion LZ
Donnerstag, 24. März 2005
Die in Deutschland eingeführten Ethikrichtlinien bei Wal-Mart haben für große Unruhe gesorgt. Booz Allen Hamilton hat jetzt eine Studie über den Zusammenhang von Unternehmenswerten und wirtschaftlichem Erfolg veröffentlicht.



Wal-Mart Deutschland hat Ärger mit der Belegschaft und der Gewerkschaft: Schuld ist eine Ethikrichtlinie, die in das Privatleben der Angestellten eingreift.

Danach dürfen die Mitarbeiter nicht mit Personen ausgehen oder eine Liebesbeziehung eingehen, wenn diese die Arbeitsbedingungen beider Partner beeinflussen können.

Werte stehen bei vieler Unternehmen ganz oben auf der Agenda. Das zeigt eine internationale Befragung von 365 Firmen durch die Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton in Zusammenarbeit mit dem Aspen Institut.

Finanzieller Erfolg

Danach sind gelebte Unternehmenswerte und überdurchschnittlicher finanzieller Erfolg miteinander verknüpft. So seien beispielsweise börsennotierte Unternehmen mit branchenüberdurchschnittlichem Erfolg besonders erfolgreich bei der Verbindung von Werten und operativem Geschäft.

Fast alle befragten Firmen betrachten sich als werteorientiert und besitzen feste institutionelle Standards für das Verhalten der Mitarbeiter und des Unternehmens. So fixieren 98 Prozent ihre Unternehmenswerte schriftlich. 90 Prozent bezeichnen integres Verhalten als ein wichtiges Prinzip.

Werte beeinflussten am stärksten die Bereiche Unternehmensreputation sowie Beziehungen zu Mitarbeitern und Kunden. Unter den so genannten "Financial Leaders", wie sie in der Studie genannt werden, sind für 98 Prozent ethisches Handeln beziehungsweise Integrität der wichtigste Wert. Bei weniger erfolgreichen Unternehmen sind es dagegen nur 88 Prozent.

Die Reputation steigern

Der Vorstandsvorsitzende spiele bei der unternehmensinternen Durchsetzung der Werte die maßgebliche Rolle, davon sind 75 Prozent aller Befragten überzeugt. Ein schriftlicher Werte-Kodex kann den CEO dabei unterstützen, so glauben 90 Prozent der Befragten.

Dass das Papier allein schon effektiv sei, glauben nur 37 Prozent. Die regelmäßige Bewertung von Mitarbeitern (77 Prozent), gezielte interne Kommunikation (74 Prozent) und die Schulung von Angestellten (72 Prozent) haben laut Umfrage eine verstärkende Wirkung auf die Unternehmensethik. (ba)

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