Wertschöpfung Top-Image der Händler

von Roswitha Wesp
Donnerstag, 05. November 2015
Bestwert: dm-Drogeriemarkt gilt bei den Deutschen als Unternehmen, das viel zur gesellschaftlichen Wertschöpfung beiträgt.
ECE
Bestwert: dm-Drogeriemarkt gilt bei den Deutschen als Unternehmen, das viel zur gesellschaftlichen Wertschöpfung beiträgt.
Im ersten deutschen Gemeinwohl-Atlas haben sich dm-Drogeriemarkt, Edeka und Aldi gut platziert. Bei der Abfrage des gesellschaftlichen Nutzens von Unternehmen schneiden viele Händler besser ab als die Industrie.

dm-Drogeriemarkt hat die Nase im Gemeinwohl-Atlas 2015 vorn. Die von der HHL Leipzig Graduate School of Management und der Universität St. Gallen erstellte repräsentative Befragung von mehr als 7.000 Personen im gesamten Bundesgebiet rückt den Gemeinwohlbeitrag von insgesamt 127 Unternehmen, öffentlichen Institutionen und NGOs in den Mittelpunkt.

dm führt demnach in der Kategorie Einzelhandel vor Edeka und Aldi Nord. "Bürgerinnen und Bürger differenzieren sehr genau, wenn es um ihre täglichen Einkäufe geht", sagt Studienleiter Prof. Dr. Timo Meynhardt. Bemerkenswert sei vor allem, "dass Aldi in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist". Wenn es um Gemeinwohlverträglichkeit gehe, täten sich die Deutschen hingegen schwer mit Amazon.

In der Studie wurden lediglich neun Unternehmen aus dem Einzelhandel untersucht. Dass es so wenige sind, begründet Meynhardt damit, nach Größenklassen vorausgewählt und alle noch einmal einer Bekanntheitsabfrage unterzogen zu haben. Künftig werde es aber "sicher mehr Einzelhändler geben, oder wir erstellen einen separaten Atlas für die Branche".

Aldi ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Die Ergebnisse sieht Meynhardt, der für die Schweiz bereits ähnliche Untersuchungen gemacht hat, als Beitrag zur Wertschöpfung. Der Wert eines Unternehmens für die Gesellschaft – auch als Arbeitgeber – spiegele sich darin. Die Wirtschaft tue sich noch viel zu schwer, komplexe Wertschöpfungsketten allgemeinverständlich zu erklären.

An erster Stelle steht im Gemeinwohl-Atlas die Feuerwehr "als Wärmepol" der Deutschen, auf dem letzten Platz findet sich die Bild-Zeitung "als Kältepol", wie Meynhardt betont. Der VW-Konzern ist erwartungsgemäß stark abgesackt im Image. "Doch die Deutschen lassen VW nicht ganz fallen", kommentiert Meynhardt das Ergebnis, das angesichts des Abgasskandals einer Nachuntersuchung bedurfte.

Lidl ist im Vergleich zu den übrigen Händlern abgeschlagen auf Platz 83 gelandet. Henkel schafft es auf Platz 55, Oetker auf Rang 58, Nestlé erreicht nur Rang 99, Coca-Cola 109 und PepsiCo sogar nur Platz 117.

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