Postillion des Fachwissens

von Redaktion LZ
Freitag, 05. Mai 2006
Susanne Alwart, Inhaberin des Trainings-Institutes Alwart + Team in Hamburg, Foto: Alwart
Susanne Alwart, Inhaberin des Trainings-Institutes Alwart + Team in Hamburg, Foto: Alwart
LZ: Wissensvermittlung über Multiplikatoren im eigenen Unternehmen. Was ist darunter zu verstehen?



Susanne Alwart: Multiplikatoren sind Mitarbeiter, die ihr fachspezifisches Wissen an Kollegen weitergeben. Diese Experten werden darin geschult, ihre Kenntnisse mit unterschiedlichen Methoden zielgruppengerecht zu transportieren. Im Rahmen von Veränderungsprozessen werden sie vor allem darin ausgebildet, spezielle Themen-Workshops durchzuführen. Mit diesem Verfahren nutzt der Arbeitgeber interne Ressourcen und reduziert die Kosten durch externe Schulungen.

LZ: Wie funktioniert ein solches System?

Alwart: Zunächst müssen die künftigen Trainer qualifiziert werden. Das Institut, welches die Qualifizierung durchführt, wird mit dem auftraggebenden Unternehmen genau besprechen, was sie können sollten, welche Kernkompetenzen bereits vorhanden sind und welche möglicherweise noch fehlen.

Wenn Trainingsthemen weitergegeben sprich multipliziert werden sollen, wird den künftigen Multiplikatoren beigebracht, wie sie aus Expertenwissen Trainingseinheiten entwickeln und wie man diese dann mit Gruppen einübt. Bei Workshops verlagern sich die Inhalte stärker auf die Methodenkompetenz sowie das Begleiten von Prozessen. Es muss ein schlüssiges und effizientes System erarbeitet werden, mit dem die Themen optimal in dem Unternehmen transportiert werden können.

LZ: Welche Personen eignen sich für diese Aufgabe?

Alwart: Geeignete Kandidaten sind Experten und Mitarbeiter, die Spaß daran haben, mit Menschen zu arbeiten und gerne vor Gruppen präsentieren. Zudem sollten sie hoch motiviert sein, denn in der Regel übernehmen sie diese Aufgabe neben ihrem operativen Tagesgeschäft. Und die meisten Prozesse gehen nicht völlig ohne Reibung vonstatten.

Je besser die potenziellen Multiplikatoren im System formell und informell verankert sind, desto effizienter wird in den meisten Fällen auch ihre Arbeit sein. Somit sollte der {sbquo}Einfluss-Faktor' auch eine Rolle bei der Auswahl der Kandidaten spielen.

LZ: Welches Wissen lässt sich besonders gut über Multiplikatoren im Unternehmen transportieren?

Alwart: Am besten lässt sich spezifisches Fachwissen im Unternehmen durch Multiplikatoren transportieren. So kann beispielsweise der Hausjurist arbeitsrechtliche Inhalte der Personalabteilung vermitteln, der Computerexperte das neue IT-Programm erklären oder eine Führungskraft die konsequente Umsetzung einer Vertriebsstrategie erläutern. Zu beachten ist allerdings: Je mehr Widerstände für die Maßnahme beziehungsweise deren Inhalte erwartet werden, desto weniger ist der Einsatz eigener Mitarbeiter geeignet. Hier würde ich auf externe Trainer zurückgreifen.

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