Lohnende Beteiligung

von Christiane Düthmann
Freitag, 25. Februar 2011
Was sind die größten Barrieren für Gender Diversity
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Was sind die größten Barrieren für Gender Diversity
Unternehmen mit gemischter Führungsspitze liegen bei der Performance vorn. Das zeigt die aktuelle Ausgabe der Studienreihe "Women Matter".
Die Beteiligung von Frauen an der Unternehmensführung wird derzeit rege diskutiert. Dass die Frage auch einen handfesten wirtschaftlichen Bezug hat, fand McKinsey in seiner vierten Untersuchung innerhalb der Studienreihe "Women Matter" heraus. Unternehmen mit einem im Branchenvergleich hohen Anteil von Führungs-Frauen schlugen diejenigen, in denen keine weiblichen Top-Leute zu finden waren. Die Eigenkapitalrendite war um bis zu 41 Prozent höher, das Geschäftsergebnis um bis zu 56 Prozent.

Was sind die größten Barrieren für Gender Diversity

"Natürlich offenbart dies keine Kausalität", heißt es in der Studie. Aber es liefere ein gewichtiges Argument, um weiterhin für eine stärkere Gender Diversity in Vorständen und Geschäftsführungen zu plädieren.

Starkes Argument für mehr Gender Diversity

Denn Vielfalt ist in Spitzenpositionen noch längst nicht gelebte Wirklichkeit. Mit welchen Maßnahmen sie erfolgreich in der Unternehmenskultur verankert werden kann, dazu analysierten die Berater 2010 weltweit über 300 Unternehmen und befragten rund 1500 Manager.

Zwar sei den meisten Unternehmen der Zusammenhang zwischen dem Unternehmenserfolg und dem Anteil weiblicher Führungskräfte inzwischen bewusst. An der Anzahl der Frauen an der Spitze habe diese Erkenntnis jedoch bislang wenig geändert. "In den Vorstandsetagen und Führungsgremien sind sie weiterhin stark unterrepräsentiert", kommentiert McKinsey.

Frauenanteile an den Führungsgremien der Unternehmen 2010 – in Prozent
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Frauenanteile an den Führungsgremien der Unternehmen 2010 – in Prozent

In deutschen Aufsichtsräten beispielsweise seien Frauen mit 13 Prozent vertreten, eine Veränderung von gerade einmal zwei Prozentpunkten gegenüber der ersten Untersuchung von 2007. In Vorständen beläuft sich ihr Anteil sogar nur auf zwei Prozent.

Deutschland neben Indien weit abgeschlagen

Insgesamt zählt der Analyse zufolge bei 28 Prozent der Unternehmen ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen zu den zehn wichtigsten Prioritäten. Bei einem Drittel dagegen habe diese Frage keine strategische Bedeutung. Wo Gender Diversity hoch im Kurs steht, werden durchschnittlich fünf Maßnahmen zur besseren Rekrutierung und Förderung von Frauen umgesetzt.

Bei 86 Prozent dieser Unternehmen sind mehr als 15 Prozent der verantwortlichen Positionen mit weiblichen Top-Leuten besetzt. Aber nicht alle Maßnahmen sind gleichermaßen effektiv, heißt es in der Studie. Gender Diversity müsse fest in der Unternehmenskultur verankert werden, denn: "Diese oft tiefgreifende Veränderung kann nur wirken, wenn die Führungsspitze hinter dem Wandel steht, ihn aktiv fördert und konsequent überprüft." (cd)

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